Eurowings: Frische Pommes an Bord

Sie blicken mit Zuversicht in die Zukunft, Michael Eggenschwiler (Chefs des Hamburger Flughafens) und Jens Bischof (CEO der Lufthansa-Value-Tochter Eurowings). Stellvertretend für die gesamte Luftfahrtbranche sehen sich beide einem wahren Buchungsboom ausgesetzt, der, so Eggenschwiler, „nur gemeinsam – mit allen beteiligten Akteuren – bewältigt werden kann“.

Eurowings CEO Jens Bischof, l. und Hamburgs Flughafenchef Michael Eggenschwiler sehen optimistisch in die Zukunft, auch und insbesondere, was die Rückkehr der Geschäftsreisenden betrifft. Foto: Andreas W. Schulz

Den lange durch die Pandemie bedingten heruntergefahrenen personellen Kapazitäten stehen aktuell neue starke Passagierströme gegenüber. Eggenschwiler warnt deshalb vor möglichen Engpässen und längeren Wartezeiten an den Flughäfen. „Zwei Stunden vor Abflug sollte man sich am Airport einfinden, um unnötigen Stress zu vermeiden“. Auch Jens Bischof zitiert dabei gerne den „Ketchupflascheneffekt: erst kommt lange nichts und dann alles auf einmal“. 

Dabei sprechen die Zahlen in Hamburg für sich. Allein für die kommende Sommerferienzeit werden bis zu 280.000 Passagiere in der Woche erwartet. Platzhirsch Eurowings baut in Hamburg sein Angebot entsprechend kräftig weiter aus. Mit bis zu 350 Abflügen pro Woche will man der Nachfrage begegnen. 15 Flugzeuge sind fest in Hamburg stationiert. Beide Manager sind sich sicher, dass der „Sommer voll wird“, die eingehenden Buchungszahlen konstant auf hohem Niveau bleiben werden. 

Eurowings setzt in seinem Angebot aber nicht nur auf Expansion, sondern will gegenüber dem Wettbewerb verstärkt mit Qualität punkten. „Wir setzen auf ein entspanntes und flexibles Reiseerlebnis. Das betrifft natürlich auch das Catering an Bord – so wird es z.B. leckere und knackige Pommes geben“, kündigt Bischof an.

Nachhaltigkeit hat Priorität. Das Thema Nachhaltigkeit wird sowohl vom Airport Hamburg, der als erster CO2-neutraler Flughafen in Deutschland seine Prozesse am Boden optimiert hat und von Eurowings sehr ernst genommen. „Wir investieren massiv (1,5 Mrd. US-Dollar) in den nächsten Jahren in eine neue Generation von Airbus A 320- / 321 neo Flugzeugen. 13 dieser Jets werden zur Flotte stoßen. Pro Jahr werden dabei rund 4.000 Tonnen CO2 pro Flugzeug eingespart werden“, bestätigt Bischof. Der erste A 320 neo wird demnächst von Düsseldorf seine erste Reise antreten. 

Eurowings hat laut Geschäftsführung rund 50 verschiedene Klimaschutzprojekte auf ihrer Liste, um die CO2-Flugkompensation voran zu bringen. Dabei ist die freiwillige Beteiligung der Passagiere groß – und von Null in wenigen Wochen auf mehrere 100 Kompensationen pro Woche hochgefahren. „Das Kompensationssystem  muss einfach und transparent sein und kostet rund 3 bis 5 Euro pro Strecke auf einem Flug von Hamburg nach Palma de Mallorca“ erklärt Bischof. Unternehmen und Geschäftsreisende sind hier engagiert mit dabei und das Thema CO2–Kompensation ist regelmäßig Gegenstand der Verhandlungen bei entsprechenden Firmenverträgen“ hebt der Airline-Chef hervor.

Tickettarife steigen. Dass die Flugpreise infolge kletternder Ölpreise und der nicht mehr  unkalkulierbaren geopolitischen Lage angehoben werden müssen, ist kein Geheimnis. „Auch wenn wir mit Hedging (Absicherung der Kerosinkosten) eine gewisse Absicherung einbringen, müssen wir die Mehrbelastungen bzw. Treibstoffzuschläge an die Kunden weitergeben. Wir werden aber bereits bezahlte Tickets nicht nachbelasten“, erläutert Bischof. 

Insgesamt erwarten Eurowings und der Flughafen die Rückkehr der Geschäftsreisenden in größeren Zahlen wieder nach der Sommerpause. So hat Eurowings wieder viele attraktive Städte-Destinationen mit in den Flugplan aufgenommen, die vor allem Firmenkunden bzw. Business Traveller ansprechen werden. Hamburg profitiert mit davon und wird Ziele wie Göteborg, Bilbao und Verona anbieten können. Quelle: Andreas W. Schulz / DMM