Kreuzfahrt der anderen Art

Eine Frau aus Florida hat nach dem Tod ihres Mannes den Rat ihrer Tochter befolgt, ihr Anwesen in Fort Lauderdale verkauft und ist auf das Kreuzfahrtschiff „Crystal Serenity“ gezogen. Seit fast sieben Jahren ist es nun ihr schwimmendes Zuhause. Der Spaß kostet sie etwa 140.000 Euro pro Jahr.

Die 86-jährige „Mama Lee“, wie sie liebevoll genannt wird, lebt nun schon länger auf dem elf Jahre alten Schiff als die meisten der 655 Crewmitglieder. Sie bezeichnet ihr Leben als "stressfrei" und "märchenhaft". Schon mit ihrem Mann, einem Banker und Immobiliengutachter, hatte sie während ihrer 50-jährigen Ehe 89 Kreuzfahrten unternommen. Mittlerweile kommt sie auf fast 15 Weltreisen per Schiff. Nach 100 verschiedenen Ländern habe sie aufgehört diese zu zählen. Sie sei in fast jedem Land, das einen Hafen besitzt, gewesen. Am meisten haben es ihr die asiatischen Länder angetan, da diese so ganz anderes seien als die USA. Aktuell gehe sie aber oft gar nicht von Bord, da sie fast überall schon mehrere Male gewesen sei. Außerdem sei es so schön ruhig an Bord, wenn alle anderen Passagiere auf Landgang sind. Eine Ausnahme mache sie aber bei Istanbul, denn sie liebe den großen Basar dort.  

An Bord genieße sie jeden Abend das Essen an einem Acht-Personen-Tisch, da man so immer neue interessante Leute kennenlerne. Sogar Freunde habe sie schon gefunden. Jeden Abend nach dem Essen tanze sie ein paar Stunden. Das sei ihre große Leidenschaft. Besonders schön sei es, dass es für Alleinreisende sog. „dance hosts“ an Bord gebe. Tagsüber sei sie meist in der Palm Court Lounge zu finden, wo sie der Gobelinstickerei nachgeht. Diese habe sie auch schon anderen Passagieren und Crewmitgliedern beigebracht. Bei allen tollen Erlebnissen, die sie habe, vermisse sie aber doch ihre Familie. Jedoch trete sie nahezu täglich per Laptop mit ihren Kindern und Enkeln in Kontakt. Und immer wenn sie in Miami sei (im letzten Jahr war das 5 mal), besuche sie sie. Die meisten ihrer Freunde seien mittlerweile leider verstorben.

Quelle: USA Today / DMM