Fahrgäste im autonomen Zug

Zum ersten Mal waren Fahrgäste in den Niederlanden an Bord eines per ATO (Automatic Train Operation) betriebenen Zugs. Der dieselelektrische Triebzug des Schweizer Herstellers Stadler Rail verfügt natürlich auch über ein Zugsicherungssystem. Ein Lokführer war (sicherheitshalber) mit an Bord.

Die vier Partner hatten 50 Gäste aus Wirtschaft und Politik aus der Region sowie aus den gesamten Niederlanden eingeladen, in einem ATO-Zug an einer Fahrt um Groningen teilzunehmen. Der Zug wurde mit Automationsgrad 2 betrieben (GoA 2). Damit ausgerüstet kann ein Zug automatisch und ohne Eingriff eines Triebfahrzeugführers fahren. Zudem kann ein ATO-Zug auf Grund des Journey Profiles an einem Bahnsteig präzise anhalten. Beim eingesetzten Zug handelt es sich um einen dieselelektrisch angetriebenen GTW von Stadler, den Arriva Niederlande zur Verfügung gestellt hat. Die Sicherheit war und ist stets garantiert, da der Zug über ein Zugsicherungssystem verfügt und der mitfahrende Lokführer jederzeit eingreifen kann.

Die Tests in Groningen laufen bereits seit Oktober 2019 und erstrecken sich über drei Phasen. Die nun durchgeführte zweite Phase involvierte erstmals Fahrgäste. Ziel des Projekts ist es, das menschliche Verhalten beim Einsatz automatisierter Züge genauer zu betrachten. Außerdem soll das Potenzial der Technologie hinsichtlich einer Erhöhung der Schienenkapazität und weiterer Energieeinsparungen ermittelt werden. Auch die Haltegenauigkeit, Pünktlichkeit, Geschwindigkeit, Sicherheit und der Komfort werden beurteilt.

ATO kann die Überlastung von Strecken mildern, das Bahnfahren komfortabler machen und Kunden einen zuverlässigeren Service bieten. ATO ermöglicht es Zügen, dichter aufeinander zu fahren. Energie wird eingespart, da Züge stets in optimaler Geschwindigkeit reisen. Quelle: Stadler Rail / DMM