Fiat 500 kommt elektrisch

Pünktlich zum 80. Geburtstag des FCA Werks im Turiner Stadtteil Mirafiori installierte Comau den ersten Roboter für die Produktionslinie des zukünftigen Fiat 500 BEV (Battery Electric Vehicle). Die elektrisch angetriebene Variante der vielseitigen Baureihe steht in der Tradition der mehr als 35 besonders innovativen Modelle, die seit 1939 in Mirafiori gefertigt wurden. Zu ihnen zählte ab 1957 auch der Fiat 500. Insgesamt wurden in dem Werk bis heute mehr als 28,7 Mio. Fahrzeuge produziert.

Fiat startet die Produktion des Fiat 500 als batterieelektrisches Fahrzeug. Foto: G. Zielonka

Fiat startet die Produktion des Fiat 500 als batterieelektrisches Fahrzeug. Foto: G. Zielonka

Der rein elektrische Kleinwagen ist hoch interessant vor allem für Serviceunternehmen (Lieferdienste, Pflegedienste usw.) in urbanen Räumen aber auch für sonstige gewerbliche und private Kunden.

Am Empfang nahmen u.a. Chiara Appendino, Bürgermeisterin von Turin, Alberto Cirio, Präsident der Region Piemont, sowie Claudio Palomba, Präfekt der Stadt Turin, teil. Pietro Gorlier, Chief Operating Officer von Fiat Chrysler Automobiles (FCA), sagte: „Mirafiori hat sich parallel zur Stadt Turin gewandelt. Beide teilten Erfolge, aber auch schwierige Zeiten, kamen aber immer wieder zurück auf die Füße. Das Werk in Mirafiori ist eine der ältesten Automobilfabriken in Europa, die heute noch in Betrieb ist."    

  
Heute arbeiten rund 20.000 Menschen im Turiner Produktionskomplex, zu dem neben Mirafiori auch das Werk im benachbarten Grugliasco zählt. Sie sind beschäftigt in den Bereichen Fertigung, Entwicklung, Design, Verkauf, Finanzdienstleistungen sowie Ersatzteile und Accessoires. Das Werk Mirafiori ist das weltweit größte von FCA. Das Unternehmen hat in der Region Piemont weitere 4.000 Angestellte, Zulieferer geben noch einmal rund 40.000 Menschen Arbeit.

Der Aufbau der Produktionsstraße für den Fiat 500 BEV, der sich noch über einige Monate erstrecken wird, markiert ein neues Kapitel in der Geschichte von Mirafiori. Die Fertigung konzentriert sich auf eine Plattform für Elektroantriebe. Der Fiat 500 BEV ist das erste Modell, das darauf basiert. Der jetzt installierte Roboter ist der erste von rund 200, die zukünftig alleine im Karosseriewerk vollautomatisch Bleche schweißen werden. Die Vorserienproduktion soll Ende 2019 beginnen. Sobald der Betrieb voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 voll aufgenommen ist, werden rund 1.200 Menschen in der Fertigung des kleinen Elektroflitzers arbeiten. Die Kapazität beträgt zunächst 80.000 Einheiten pro Jahr, eine Steigerung ist möglich. Das Investitionsvolumen für das gesamte Projekt - inklusive Entwurf, Konstruktion und Aufbau der Produktionsstraße - beträgt rund 700 Mio. Euro.

„Der Fiat 500 BEV wurde komplett in Mirafiori konzipiert, designt und entwickelt. Er ist ein originales Produkt nach dem Motto ‚Made at Fiat' und ‚Made in Turin'. Das Fahrzeug ist ein weiteres exzellentes Beispiel für die Kreativität und die Innovationskraft der Stadt und unseres Unternehmens. Wir bauen in Turin ein Kompetenzzentrum für Elektromobilität auf mit derzeit 260 Mitarbeitern. Der neue Fiat 500 BEV ist nur die erste Phase unseres Investitionsplans für Mirafiori", sagte Gorlier. „Die nächsten Schritte sind die Erneuerung der Modellpalette von Maserati, startend mit dem Levante, sowie die Erweiterung um zusätzliche Modelle, wie wir es im Business-Plan projektiert haben."

In den vergangenen Wochen hat FCA eine Abteilung aufgebaut, die im EMEA-Wirtschaftsraum (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) für Elektromobilität zuständig ist. Zusätzlich hat FCA jüngst Abkommen mit Enel X und Engie unterzeichnet, die Kunden den Kauf und den Betrieb von Elektro-Fahrzeugen aller FCA Marken erleichtern werden. Alleine in Italien sollen mehr als 900 Ladestationen auf den Mitarbeiterparkplätzen der FCA Werke errichtet werden, zusätzlich rund 1.200 an Leasys Mobility Stores und mehr als 1.100 bei Autohändlern. Das Projekt hat ein Investitionsvolumen von 33 Mio. Euro. Zusätzlich erforscht FCA Möglichkeiten der so genannten Vehicle-to-Grid-Technologie, bei der in Spitzenzeiten Strom aus den Fahrzeugbatterien ins Netz eingespeist wird und die Aufladung in Phasen mit geringerem Bedarf im Netz erfolgt. Von dieser Technologie profitieren zum einen die Fahrzeugbesitzer, zum anderen wird dadurch die Stromproduktion insgesamt reduziert.

Das Projekt Fiat 500 BEV ist nur ein Teil des insgesamt 5 Mrd. Euro umfassenden Investitionsplans 2019-2021 von FCA für Italien. Der Plan sieht außerdem die Einführung von 13 komplett neuen oder grundlegend überarbeiteten Modellen sowie von 12 elektrisch angetriebenen Versionen neuer oder vorhandener Modelle vor. „Trotz des schwierigen makroökonomischen Klimas und den daraus folgenden schlechten Marktbedingungen haben wir unseren Investitionsplan bestätigt. Die Zeremonie in Mirafiori ist ein konkretes Signal, dass unsere Projekte mit hoher Geschwindigkeit laufen", sagte Gorlier.

Gorlier verwies außerdem auf bereits existierende E-Modelle des Unternehmens, darunter die auf dem Genfer Auto-Salon im Frühjahr 2019 präsentierten Plug-in-Hybride von Jeep Renegade und Jeep Compass sowie der elektrisch angetriebene Transporter Ducato, das erste E-Fahrzeug von FCA aus europäischer Produktion. Quelle: FCA / DMM