Flexible Mobilität in Taunusstein

Im hessischen Taunusstein starten am Montag, 02. August 2021, das On-Demand-Shuttle EMIL (kurz für „elektrisch mobil“) und die neue RMV-On-Demand-App. Dann können die Bürger flexibel im gesamten Stadtgebiet unterwegs sein. Statt nach festem Fahrplan ist EMIL einfach über die App buchbar – und in kurzer Zeit nach Bestellung vor Ort.

Deutschlandweit größtes On-Demand-Angebot mit innovativer Buchungs-App startet am 02.08.2021. EMIL schließt die Lücke zwischen ÖPNV und Individualverkehr. V.l.: Klaus-Peter Wilsch, Thomas Brunke (Gf Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft), Günter F. Döring (Verkehrsdezernent Rheingau-Taunus-Kreis und Mitglied im RMV-Aufsichtsrat), Dr. Michael Barillère-Scholz (Gf ioki), Prof. Knut Ringat (Gf RMV), Sandro Zehner (Bürgermeister Taunusstein). Foto: Christof Mattes

Deutschlandweit größtes On-Demand-Angebot mit innovativer Buchungs-App startet am 02.08.2021. EMIL schließt die Lücke zwischen ÖPNV und Individualverkehr. V.l.: Klaus-Peter Wilsch, Thomas Brunke (Gf Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft), Günter F. Döring (Verkehrsdezernent Rheingau-Taunus-Kreis und Mitglied im RMV-Aufsichtsrat), Dr. Michael Barillère-Scholz (Gf ioki), Prof. Knut Ringat (Gf RMV), Sandro Zehner (Bürgermeister Taunusstein). Foto: Christof Mattes

Der Start der von der DB-Tochter ioki entwickelten App ist ein weiterer Meilenstein für das gesamte On-Demand-Angebot im RMV: EMIL ist das erste Shuttle auf Abruf, das über diese eigens entwickelte On-Demand-App des RMV buchbar ist.

Die App macht den entscheidenden Unterschied zu klassischen Rufbussystemen: Wer mit EMIL fahren will, gibt einfach und komfortabel seinen Fahrtwunsch in die neue On-Demand-App ein. Diese bündelt die Fahrgastwünsche und ermittelt anhand der Buchungen die bestmögliche Route. Das spart Zeit und schließt die Lücke zwischen herkömmlichen ÖPNV-Angeboten und dem Individualverkehr. Nach und nach werden weitere Verbundpartner und Gebiete in die App integriert. Zusammen bilden die zehn Partner mit dem RMV das größte On-Demand-Netzwerk Deutschlands. Davon können bis zu 1,8 Mio. Menschen in den Regionen profitieren.

Partner von EMIL. Das sind die Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft und die Stadt Taunusstein. Beide teilen sich die Kosten für den laufenden Betrieb. Betreiber ist GHT Mobility, die unter der Marke CleverShuttle deutschlandweit im Bereich elektrischen On-Demand-Verkehrs aktiv sind. Das Buchungs- und Dispositionssystem stellt die DB-Tochter ioki bereit. Mit ioki hat die Deutsche Bahn in den vergangenen drei Jahren bereits rund 65 On-Demand-Verkehre im In- und Ausland realisiert, davon fahren allerdings nur 40 % klimafreundlich mit einem Elektro- oder Wasserstoffantrieb.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert das Projekt mit 27 Mio. Euro im Rahmen der Förderrichtlinie „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“. Entsprechend des Förderzeitraums ist das Vorhaben bis Ende 2024 angelegt. Eine Fortsetzung über diesen Zeitraum hinaus ist aber bei entsprechender Nachfrage und Finanzierung angestrebt.

Fahrzeiten und Kosten. Innerhalb von Taunusstein steht EMIL Montag bis Donnerstag von 05:30 Uhr bis 22:30 Uhr, Freitag von 05:30 Uhr bis 00:30 Uhr, Samstag von 07:30 Uhr bis 00:30 Uhr und Sonntag von 08:30 Uhr bis 22:30 Uhr zur Verfügung. Fahrgäste mit einem in Taunusstein gültigen Fahrschein, wie beispielsweise einem Schülerticket oder einer Monatsfahrkarte, zahlen lediglich einen Komfortzuschlag von 1,50 Euro und weitere 0,15 Euro pro Kilometer. Wer keinen Fahrschein mit Gültigkeit in Taunusstein hat, zahlt noch einen Grundpreis von 1,50 Euro. Die Fahrt mit EMIL vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Taunusstein nach Wingsbach kostet je nach exakter Zieladresse beispielsweise 3,45 Euro. Wer eine RMV-Zeitkarte hat, zahlt sogar nur ca. 1,95 Euro.

Fahrzeugeinsatz. Ab 02. August kommen Nissan-Kleinbusse zum Einsatz, ab Mitte August elektrisch betriebene Kleinbusse eVito Tourer PRO. Zunächst sind drei Fahrzeuge unterwegs, von denen eines barrierefrei umgebaut ist. Zwei weitere Fahrzeuge kommen im Herbst hinzu. Bei entsprechender Nachfrage besteht die Option auf ein sechstes Fahrzeug.

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: On-Demand-Shuttles sind die perfekte Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr. Sie machen ihn noch effizienter und praktischer – in der Stadt und auf dem Land. In der Region Frankfurt/Rhein-Main fördern wir jetzt so ein innovatives Konzept für klimafreundliche Mobilität und mehr Flexibilität. 27 Millionen Euro stellen wir dafür zur Verfügung. Ich freue mich, dass das Angebot in Taunusstein jetzt startet. Für die Menschen dort heißt das: klimafreundliches Shuttle in der App bestellen, bequem fahren und entspannt ankommen.

Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen: Mit On-Demand-Angeboten soll mehr Mobilität bei weniger Verkehr geschaffen werden. Wir bringen öffentlichen Verkehr in die Fläche und vernetzen diese mit den vorhandenen leistungsfähigen Bus- und Bahnlinien. Deswegen fördert das Land Hessen dieses deutschland- und europaweit herausragende On-Demand-Projekt, aber eben auch den klassischen Bus- und Bahnbetrieb mit rund einer Milliarde Euro jährlich – um die Verkehrswende Wirklichkeit werden zu lassen.

Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer Rhein-Main-Verkehrsverbund: „Nirgendwo in Deutschland gibt es ein größeres On-Demand-Netz als im RMV-Gebiet: Egal, ob der Fahrgast in Darmstadt, Limburg oder Hanau in ein On-Demand-Shuttle steigt – Es gilt dasselbe Tarifsystem und alle voraussichtlich 150 On-Demand-Shuttles werden perspektivisch über die RMV-App als einheitliche Plattform buchbar sein. Toll, dass Taunusstein zu den Pionieren der On-Demand-Mobilität gehört!“

Das Projekt „On-Demand FrankfurtRheinMain“ ist deutschlandweit das erste On-Demand-Projekt überhaupt, das sich über mehrere Städte und Landkreise und zehn Partner erstreckt. Rund 1,8 Mio. Menschen wohnen im Einzugsbereich der Shuttle. Das Ziel der Projektpartner: Öffentliche Mobilität noch flexibler und komfortabler gestalten. Die On-Demand-Shuttle folgen keinem festen Fahrplan, sondern können einfach gebucht werden, wenn man sie braucht. Wollen mehrere Fahrgäste in die gleiche Richtung, bündelt der intelligente Algorithmus ihre Fahrtwünsche wie bei einer Fahrgemeinschaft. So gelingt mehr Mobilität bei weniger Verkehr. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund koordiniert das Projekt. Als lokale Partner sind die Lokalen Nahverkehrsorganisationen und Verkehrsunternehmen der Kommunen Frankfurt a.M. (traffiQ), Kreis Offenbach (KVG Offenbach), Hofheim (MTV), Kelsterbach (LNVG GG), Limburg an der Lahn (Stadt Limburg), Landkreis Darmstadt-Dieburg (DADINA), Taunusstein (RTV), Hanau (HSB), Darmstadt (HEAG mobilo) und Wiesbaden (ESWE Verkehr) dabei. Quelle: DB / RMV / DMM