Flughäfen warnen vor weniger Flügen und steigenden Preisen

Wegen steigender Kerosinpreise infolge des Iran Kriegs drohen Flugstreichungen. Flughäfen rechnen mit weniger Kapazität und höheren Ticketpreisen.

Flughafenverband warnt vor steigenden Kerosinpreisen, Flugstreichungen und sinkenden Kapazitäten im Luftverkehr. Foto: indukas – stock.adobe.com

Die steigenden Preise für Flugtreibstoff könnten den Luftverkehr in Deutschland deutlich belasten und zu Angebotskürzungen führen.

Kerosinpreise treiben Flugangebot unter Druck

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) warnt angesichts drohender Engpässe bei der Kerosinversorgung vor spürbaren Auswirkungen auf den Flugverkehr. «Es ist zu befürchten, dass vor allem bei Low-Cost-Airlines und touristisch weniger bedeutsamen Destinationen weitere Flüge gestrichen werden», sagte ADV‑Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Grund für die Entwicklung sind gestörte Öltransporte infolge des Iran‑Kriegs. Dadurch haben sich die Preise für Kerosin innerhalb von mehr als zwei Monaten etwa verdoppelt. Einige Airlines hätten bereits Flüge gestrichen. Beisel erklärte, selbst bei ausreichender Verfügbarkeit könnten viele Verbindungen zu den aktuellen Preisen wirtschaftlich nicht betrieben werden.

Kapazitätsrückgang und weniger Ziele möglich

Für das Jahr 2026 rechnet der Verband im besten Fall mit stagnierenden Passagierzahlen. Im ungünstigsten Szenario könnten die Kapazitäten an einzelnen Flughäfen um zehn Prozent zurückgehen. Hochgerechnet wären bis zu 20 Millionen Fluggäste betroffen.

Die Auswirkungen könnten sich in einem reduzierten Streckennetz zeigen. Einige Destinationen würden dann nicht mehr bedient, andere seltener angeflogen und zu höheren Preisen angeboten. Damit dürfte sich das Angebot insbesondere auf weniger nachgefragte Ziele konzentrieren. (dpa)