Flugverbot für hoch dekorierten Ex-Geheimdienstmann

Auf seine Geschäftsreisen musste ein ehemaliger Geheimdienst- und hochdekorierter Militärveteran bis auf Weiteres verzichten. Weil er auf der No-Fly-Liste steht, sei seine Karriere auf den Kopf gestellt worden, so der Mann. Er hatte 2022 auf einem Flug nach Florida die Cabincrew darüber informiert, dass er eine Schusswaffe bei sich trug. Die Kabinenbesatzung fühlte sich offenbar genötigt und zeigte den hochdekorierten Ex-Militär an.

JetBlue setzten einen hoch dekorierten Ex-Geheimdienstmann der USA auf ihre Flugverbotsliste. Für den Militär hatte dies unangenehme Folgen betreffend seine Geschäftsreisen. Foto: Jet Blue

Ramon G.F. diente 23 Jahre lang beim US-Militär, bevor er Geheimdienstmitarbeiter und anschließend Ermittler beim US-Gesundheitsministerium wurde. Im Laufe seiner Karriere erhielt F. zahlreiche Medaillen und Auszeichnungen, darunter die Bronze Star-Medaille und die Meritorious Service-Medaille, und erwarb zwei Master-Abschlüsse in Betriebswirtschaft und Nationaler Sicherheit.

F. sollte seine Karriere in der US-Regierung noch viele Jahre lang fortsetzen, doch in einer neuen Klage, die bei einem Bezirksgericht in Florida eingereicht wurde, sagt er, dass die fahrlässigen Handlungen von JetBlue seine Karriere praktisch beendet hätten. Die Ereignisse, die dazu führten, dass F. auf der „Do Not Fly“-Liste von JetBlue landete, scheinen ziemlich harmlos zu sein. Laut F‘s Zivilklage wurde ihm zu Unrecht vorgeworfen, die Anweisungen der Flugbegleiter nicht korrekt befolgt zu haben, als er den Hund seiner behinderten Frau während eines Fluges von Washington DC nach Fort Lauderdale am 18. Juli 2022 für den Flug vorbereitete. Dabei habe er die Kabinenbesatzung korrekt darüber informiert, dass er ein legal bewaffneter Polizeibeamter des Bundes sei. Die Flugbegleiter erachteten die Mitnahme einer Waffe für unangemessen und verfasste eine Strafanzeige gegen ihn. 

JetBlue setzte den Ex-Geheimdienstmann daraufhin auf eine Liste „Uneingeladen zum Fliegen“, obwohl eine interne Untersuchung ergeben hatte, dass F. nicht versucht hatte, die Besatzung einzuschüchtern. Als F. herausgefunden hatte, dass für ihn bei JetBllue ein Flugverbot galt, bekam er Probleme mit seinem Dienstherrn; denn JetBlue hat einen Vertrag mit der US-Regierung und das bedeutete für F., dass er zwangsweise mit JetBlue fliegen müsste, die aber definitiv nicht kann. 

Erschwerend kam für ihn hinzu, dass zum Zeitpunkt seiner Klage gegen JetBlue Führungskräfte der Fluggesellschaft in 2022 darauf drängten, eine „umfassende“ nationale Flugverbotsliste zu etablieren, was bedeuten würde, dass das Flugverbot einer Fluggesellschaft ein absolutes Flugverbot aller amerikanischen Fluggesellschaften nach sich ziehen würde. Die Idee wurde 2022 von Delta-CEO Ed Bastian vorangetrieben. Letztlich kam es aber nicht zu dieser für alle Airlines der USA verbindlichen Verbotsliste betreffend widerspenstige Passagiere. 

Der Grund: U.a. fürchteten die US-Fluggesellschaften einerseits zu hohen administrativen Aufwand, zum anderen mit einer Flut von Klagen von Passagiere, denen die Mitnahme durch einer Airline untersagt ist. Zudem müsste es dann eine unabhängige Stelle für die Prüfung und Schlichtung von Flugverbotsstreitigkeiten geben, was nicht der Fall ist. Quelle: DMM