Frankfurter Flughafen nimmt Terminal 3 in Betrieb

Nach mehr als zehn Jahren Bauzeit ist das neue Terminal 3 am Frankfurter Flughafen eröffnet worden. Politik und Betreiber sehen darin einen Schritt für weiteres Wachstum, Kritiker warnen vor Folgen für Umwelt und Anwohner.

Terminal 3 am Frankfurter Flughafen ist nach mehr als zehn Jahren Bauzeit in Betrieb gegangen. Foto: Igor - stock.adobe.com

Mehr als ein Jahrzehnt nach dem ersten Spatenstich ist das dritte Passagierterminal des Frankfurter Flughafens ans Netz gegangen. Die Betreibergesellschaft Fraport hat rund vier Milliarden Euro in den Neubau investiert.

Milliardenprojekt mit Verzögerungen

Ursprünglich waren Baukosten von 2,5 bis drei Milliarden Euro vorgesehen, die Eröffnung war für das Jahr 2022 geplant. Verzögert wurde das Projekt vor allem durch den Einbruch des Luftverkehrs während der Covid-Pandemie. Entworfen wurde das Gebäude vom Frankfurter Architekten Christoph Mäckler.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder erklärte beim Festakt, das Terminal sei ein Zeichen für den Luftverkehr und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Die Bundesregierung werde bis zum Sommer ein neues Luftverkehrskonzept vorlegen. Fraport-Chef Stefan Schulte sagte: «Terminal 3 ist nicht einfach ein neues Gebäude, Terminal 3 ist ein Signal für die Zukunft.» Hessens Ministerpräsident Boris Rhein sprach von einem Beleg dafür, dass der Staat handlungsfähig sei.

Mit zunächst drei Flugsteigen kann das Terminal jährlich rund 19 Millionen Passagiere abfertigen. Ein vierter, bereits genehmigter Flugsteig würde die Kapazität auf 25 Millionen erhöhen. Nach einer Sanierung von Terminal 2 könnte der Flughafen insgesamt rund 90 Millionen Passagiere pro Jahr bewältigen.

Kritik an Ausbau und Verkehrsprognosen

Der Flughafenausbau bleibt in der dicht besiedelten Rhein-Main-Region umstritten. Beim vollständigen Ausbau wären bis zu 700.000 Flugbewegungen im Jahr möglich, im vergangenen Jahr waren es gut 460.000. Gegner bezeichneten Terminal 3 zur Eröffnung als «Symbol für Fehlplanung, Umweltzerstörung und Größenwahn».

Trotz internationaler Krisen hält Fraport an seiner Prognose für das laufende Jahr fest. Schulte sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, man gehe weiterhin von 65 bis 66 Millionen Passagieren aus, rund vier Prozent mehr als 2025. Der Flughafenverband ADV sprach von einem Meilenstein für den Standort Deutschland.

Der erste Flugsteig G ist bereits seit dem Jahr 2022 fertiggestellt, wurde wegen fehlender Nachfrage aber bislang nicht genutzt. Bis zum Sommer sollen Fluggesellschaften aus dem sanierungsbedürftigen Terminal 2 schrittweise in das neue Terminal wechseln. Erreichbar ist Terminal 3 über die neue, kostenlose Skyline-Bahn, die stündlich bis zu 4.000 Menschen transportiert. (dpa)