GCB und VDR starten zentrale Plattform für Blended Travel

Berufliche Mobilität befindet sich im Wandel: Mitarbeitende fordern heute mehr Flexibilität, individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und eine bessere Balance zwischen Arbeit und Privatleben. Die Vermischung von Geschäfts- und Freizeitanteilen auf Reisen – bekannt als „Blended Travel“ oder „Bleisure“ – gewinnt an Bedeutung.

 

VDR und GCB tun sich in Sachen Bleisure bzw. Blendet Travel zusammen. Foto: Tourismupdate-X

Bereits 2023 machten Bleisure-Reisen deutscher Unternehmensmitarbeitender 53 % aller weltweiten Geschäftsreisen aus – ein Marktvolumen von 62 Mio. Reisen, bei denen berufliche und private Anlässe kombiniert wurden (IPK World Travel Monitor 2024 / DZT / GCB 2024). Deutschland steht dabei an dritter Stelle der wichtigsten globalen Reiseziele für Bleisure-Reisen, hinter den USA und Mexiko.

„Deutschland ist als Geschäfts- und MICE-Reisedestination bereits hervorragend positioniert und bietet ideale Voraussetzungen, um Blended Travel als Zukunftskonzept weiter auszubauen“, so Matthias Schultze, Geschäftsführer des GCB German Convention Bureau. „Um zukünftigen Herausforderungen besser zu begegnen, ist es entscheidend, das Angebot kontinuierlich weiterzuentwickeln und gezielt auf die sich wandelnde Nachfrage auszurichten.“ 

Schon heute hat mehr als jede dritte internationale Geschäftsreise nach Deutschland einen Bleisure-Anteil (34 %, IPK World Travel Monitor 2024 / DZT / GCB 2024). Und auch in den deutschen Unternehmen steht das Thema längst auf der Agenda: Über die Hälfte (55 %, VDR-Geschäftsreiseanalyse 2025) beschäftigt sich aktuell mit Blended-Travel-Konzepten, zeigt dabei jedoch oft eine ambivalente Haltung – sichtbar in widersprüchlichen Reiserichtlinien.

Vor diesem Hintergrund haben GCB und VDR gemeinsam die Initiative blend_it! ins Leben gerufen. „Blended Travel und Workation sind kein Nice-to-have, sondern eine notwendige Antwort auf die veränderte Arbeitswelt“, betont Jens Schließmann, Geschäftsführer des VDR. „Unsere Initiative unterstützt Unternehmen, Anbieter und Politik dabei, sich auf diese Arbeitsformen auszurichten und sie gemeinsam zu gestalten.“

Dazu fand ein interner Kick-off mit über 160 Teilnehmern aus dem GCB- und VDR-Netzwerk statt Mit dem offiziellen Startschuss am 01. Dezember 2025 präsentiert sich der Blended Travel Hub „blend_it!“ nun unter gemeinsamer Marke und eigener Website. Ziel ist es, Blended Travel als zukunftsweisendes Konzept im deutschen Geschäftsreise-Ökosystem zu verankern und Unternehmen wie Destinationen Orientierung zu geben. 

Dabei bündeln GCB und VDR ihre Stärken: Das GCB repräsentiert Deutschland als führende nachhaltige Kongress- und Tagungsdestination, der VDR vertritt Geschäftsreisende und unternehmerische Mobilitätsinteressen. Gemeinsam wollen sie den notwendigen Brückenschlag zwischen Angebot und Nachfrage schaffen und so dazu beitragen, Deutschlands Attraktivität als Geschäfts- und MICE-Reiseziel weiter zu stärken.

Der Blended Travel Hub bringt erstmals in Deutschland Wissen, Forschung, Praxis und ein Netzwerk führender Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Tourismus zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Einführung von Blended Travel ins Geschäftsreisemanagement, die Initiierung wissenschaftlicher Studien – darunter eine aktuell geplante Untersuchung, die sich gezielt an Geschäftsreisende richtet –, der praxisnahe Austausch sowie die Entwicklung innovativer Angebote und Serviceformate. Dabei wird die Initiative von einem Beirat aus Experten begleitet, die mit ihrer fachlichen Expertise die strategische Weiterentwicklung des Hubs beratend unterstützen. Info: www.blended-travel-hub.de .

Blended Travel birgt Gefahren. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aus dem Jahr 2025 zeigt, dass die Deutschen im internationalen Vergleich mit durchschnittlich rund 1.036 Arbeitsstunden pro Jahr weniger arbeiten als die meisten anderen Länder. Insofern muss man sich nicht über der Niedergang der deutschen Wirtschaft wundern und auch nicht darüber, dass Deutschland in Sachen Bildung bei den Industrienationen nur noch einen der hinteren Plätze belegt. Das Thema „Blended Travel bzw. Bleisure“ hat das Potenzial, die Lage weiter zu verschärfen; denn das Streben nach besserer Work-Life-Balance, die entgegen bisheriger Annahmen eben nicht zu höherer Produktivität führt, erschwert  immer mehr Unternehmen, ihren Personalbestand zu halten. Denn sie können es sich auf Dauer nicht leisten, bei gleicher Bezahlung immer weniger Arbeitsleistung zu bekommen, zeigen Studien ua. in den USA. Quelle: GCB und VDR / DMM