Gelten Fluggastrechte auch für Vierbeiner?

Die dänische Regional-Airline „Danish Air Transport“ (DAT), soll für einen Hund Entschädigung gemäß Fluggastrechteverordnung zahlen. Dies wegen eines ausgefallenen Kurzstreckenflugs von Palermo (Sizilien) zur Insel Lampedusa.

Ein italnienisches Paar verlangte für seinen Hund eine Entschädigung von 250 Eurio gemäß Fluggastrechteverordnung: Foto: Sylvia Voigt pixelio.de

Ein italnienisches Paar verlangte für seinen Hund eine Entschädigung von 250 Eurio gemäß Fluggastrechteverordnung: Foto: Sylvia Voigt pixelio.de

Die kuriose Geschichte ereignete sich am 14. Januar. An jenem Tag fiel der Flug von DAT aus technischen Gründen aus. Zwei Passagiere aus Italien hatten sich offensichtlich die EU Verordnung 261 (gemeinsame Regelung für Ausgleichs und Unterstützungsleistungen für Fluggäste im Fall der Nichtbeförderung und bei Annullierung oder großer Verspätung von Flügen) ganz genau angeschaut und nicht nur für sich, sondern auch für ihren Hund „Jack“ eine Entschädigung eingefordert und zwar 250 Euro, so wie es in der Fluggastrechteverordnung zu lesen ist. Für den Vierbeiner hatte das Paar ein Ticket für 27 Euro gekauft. Die Entschädigungsforderung beträgt jetzt mehr als das Neunfache. Die Summe von 250 Euro steht so auch in Artikel 7 besagter Fluggastrechteverordnung der EU für Flüge mit einer Strecke von unter 1.500 km.

Das Problem: In der EU-Verordnung ist dummerweise nicht festgelegt, ob ein Fluggast ein Mensch sein müsse, um Anspruch auf Kompensation zu haben. An die beiden Hundebesitzer seien bereits je 250 Euro gezahlt worden, für „Jack“ aber bislang noch nicht. Offiziell gilt ein Hund als Eigentum und dafür gebe es nun einmal keine Entschädigung, meint das DAT-Management und sucht eine juristische Lösung.

Montserrat Barriga, Chefin des Interessenverbands European Regions Airline Association, hatte sich erbost über die Forderung des italienische Paares geäußert. Sie bezeichnete den Entschädigungswunsch als Beweis für die Gier von einigen, die damit die Arbeit von Fluglinien beeinträchtigten. Ihren Angaben zufolge ist Jack der erste Hund, für den Kompensation nach EU 261 gefordert wurde. Quelle: aerotelegraph.com / DMM