Generalstreik in Frankreich

Für den 10. September ist ein Generalstreik geplant. Je nach Beteiligung am Streik könnte dieser für Reisende massive Konsequenzen haben – und das nicht nur in Frankreich selbst. Auch an weiteren Tagen im September soll es Ausstände geben. Geschäftsreisende sollten ihre Frankreich-Reisen verschieben.

Aus Protest gegen die Sparpläne der französischen Regierung wollen die französischen Gewerkschaften am 10. September 2025 ganz Frankreich lahmlegen. Es kommt zu massiven Einschränkungen bei Bahn, Flug und dem öffentlichen Nahverkehr. 

Französischen Medien zufolge haben mehrere Gewerkschaften dazu aufgerufen, am Mittwoch, 10. September 2025, das Land lahmzulegen. "Bloquons tout" – alles blockieren, lautet der Leitspruch der Kampagne. Der Streik könnte sich zudem noch ausweiten auf Donnerstag und Freitag, 11. und 12. September, heißt es weiter. Und weitere Streiktermine könnten folgen. Auch vor dem Generalstreik sind Ausstände einiger Sparten geplant. Wie der ADAC mitteilt, könnte sich die Arbeitsniederlegung auch auf Angestellte des öffentlichen Dienstes auswirken. Dann wären auch Geschäfte, Tankstellen und Mautstellen dicht.

Weil auch Berufskraftfahrer an der Aktion teilnehmen, rechnen Experten mit Straßenblockaden – besonders Verkehrsknotenpunkte rund um größte französische Städte wie Paris, Lyon oder Marseille wären betroffen. 

Geschäftsreisende und alle anderen Frankreich-Reisenden müssen sich auf Störungen im Zugverkehr der französischen Staatsbahn SNCF, der Deutschen Bahn und von Eurostar gefasst machen. Dies hat auch Auswirkungen auf die internationalen Fernverkehrsverbindungen von und nach Deutschland sowie auf den Fährverkehr. Sud Rail, eine der großen französischen Eisenbahnergewerkschaften, hat kurzfristige Arbeitsniederlegungen angekündigt. Zudem will sie am 10. September die vollständige Stilllegung des Zugverkehrs erwirken. Die Eisenbahner-Gewerkschaft CGT will am 10. September ebenfalls Streiks organisieren. 
Es wird zu massenhaften Ausfällen und Verspätungen bei Air France, Lufthansa und weiteren Airlines kommen sowie zu langen Wartezeiten an den Flughäfen (Security, Fluglotsen, Gepäckabfertigung etc.).

An dem Generalstreik könnten sich auch Angestellte der Krankenhäuser, Polizei und Feuerwehr, der Schulen und Müllabfuhr beteiligen. Möglich sind auch Streiks bei:

  • Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung (Banken, Post), Geschäften, touristischen Einrichtungen (Hotels, Restaurants, Museen, Sehenswürdigkeiten), Tankstellen und Autobahn-Mautstellen.  
  • Taxifahrende wollen bereits am heutigen Freitag, 05. September, nicht zur Arbeit erscheinen, Apotheker am Donnerstag, 18. September sowie danach jeden Samstag. Laut werden auch Boykottaufrufe. So soll ab dem 10. September niemand mehr in Geschäften und großen Supermarktketten einkaufen, die niedrige Sozialabgaben zahlen.

Auch Blockaden an wichtigen Straßenverbindungen und Autobahnen sind wahrscheinlich. Brummi-Fahrer, Bauern und andere Berufsgruppen haben ihre Beteiligung an diesen Aktionen zugesagt. Die Staugefahr ist in Paris und der Île-de-France besonders hoch, da dort Straßenblockaden und Demonstrationen angekündigt sind. Wichtige Verkehrsknotenpunkte in Marseille, Lyon, Bordeaux und Lille sind staugefährdet. Auf zentralen Autobahnen wie der A1, A4 und A6 im Raum Paris sowie auf Zufahrtsstraßen zu Großstädten können erhebliche Behinderungen auftreten. Auch gelten Mautstellen und Zufahrten zu Flughäfen  als mögliche Ziele der Proteste. 

Und auch per Flugzeug wird von und nach Frankreich in den nächsten Tagen nicht einfach: Die Gewerkschaft der Fluglotsen hat für den 18. und 19. September eine landesweite Arbeitsniederlegung angekündigt. Der ADAC rät Reisen nach Frankreich zu verschieben. Fraglich ist, ob Flug- und Bahnpassagiere Anspruch auf Entschädigung haben. Quelle: ADAC / DMM