Gewinneinbruch auch bei BMW

Nach VW, Audi, Porsche und Mercedes meldet jetzt auch BMW einen Gewinneinbruch. Mit 4 Mrd. Euro haben die Münchener 29 % weniger verdient als im ersten Halbjahr 2024. Ein genauer Blick zeigt jedoch eine erstaunliche Entwicklung – vor allem im US-Geschäft. Das US-Geschäft der Münchner bleibt erstaunlich robust und liegt nach sechs Monaten im Plus. Als einziger deutscher Hersteller bestätigt BMW seine Prognose für 2025.

BMW lieferte unter den Premium-Autobauern im ersten Halbjahr 2025 noch das beste Ergebnis ab. Foto: BMW

Laut CEO Oliver Zipse ist die BMW Group „dank unserer vorausschauenden, starken Strategie, unseres attraktiven Produktportfolios sowie unseres globalen Teams und den weltweiten Standorten in der Lage, verschiedene Bedingungen zu meistern. Das unterscheidet uns von der Konkurrenz. Und es unterstreicht, dass es nicht die eine Automobilindustrie gibt – die großen Akteure schneiden derzeit ganz unterschiedlich ab.“ 

Im ersten Halbjahr zeigt die Absatz-Performance BMW’s die Attraktivität der globalen Marken und den anhaltenden Erfolg des breiten technologischen Ansatzes. BMW bleibt auf Kurs mit seinen finanziellen Zielen für das Jahr 2025 – trotz anhaltender Unsicherheiten durch Zölle und Schwankungen auf dem chinesischen Markt. 

Zipse weiter: „Unvorhersehbarkeit war schon immer ein Merkmal der Automobilindustrie und ist die Norm im heutigen Geschäftsumfeld. Entscheidend ist, wie man damit umgeht. Denn globaler Erfolg beruht besonders auf der Fähigkeit, Entwicklungen vorherzusehen und rational sowie effizient zu reagieren. Das ist das Fundament für die BMW Group.“

Über viele Jahrzehnte hat BMW in den wichtigsten Weltregionen ein umfassendes Vertriebs-, Produktions- und Lieferkettennetzwerk aufgebaut. Das macht den bayerischen Autobauer zu einem der wenigen wirklich globalen Akteure der Branche.

Die BMW Group begrüßt die grundsätzliche Einigung zwischen der Europäischen Union und den USA über eine Absenkung der Zollsätze auf beiden Seiten des Atlantiks. Die jetzt vereinbarten Zölle belasten europäische Exporte und damit Verbraucher und global agierende Unternehmen. Daher appelliert das Unternehmen an beide Seiten, weiter an der Öffnung der Märkte und an der Konvergenz technischer Regeln zu arbeiten. 

Auslieferungen. Die Verkaufszahlen des aktuellen Geschäftsjahrs entsprechen auch im zweiten Quartal den Erwartungen, insbesondere angesichts der sich ändernden Marktbedingungen. Im zweiten Quartal haben sich die Absätze gegenüber dem ersten Quartal sequenziell verbessert. Außerhalb Chinas verzeichneten alle drei Hauptabsatzregionen Zuwächse. Der Konzernabsatz in diesen Märkten stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres insgesamt um 6,3 %. Die Auslieferungen der BMW Group in Europa wuchsen im zweiten Quartal insgesamt um 10,2 % und übertrafen dabei die Zuwächse des Automobilmarkts in den meisten europäischen Märkten. Allein in Deutschland legten die Auslieferungen um über 10 % zu. Insgesamt konnte die Marke BMW ihren Marktanteil in Europa ausbauen.

Zu den erfolgreichsten BMW Modellen gehörten die der Business Class. Die 5er Reihe legte in der ersten Jahreshälfte weltweit um mehr als 40% gegenüber 2024 zu. Ein weiteres Erfolgsmodell ist der X2 – er konnte seinen Absatz mehr als verdoppeln. Mit der vollen Verfügbarkeit der neuen MINI-Familie ist die Marke in allen Regionen weltweit gewachsen, auch in China. In der ersten Jahreshälfte war mehr als jeder dritte weltweit verkaufte MINI ein BEV. Rolls-Royce steigerte die Auslieferungen im zweiten Quartal um fast 10 %, angetrieben durch den starken Absatz des Cullinan Series II. BMW M lieferte bis Juni über 105.000 Fahrzeuge aus und erzielte das beste erste Halbjahr in der Geschichte der Marke. 

Die Verkaufszahlen der Plug-in-Hybrid-Modelle der Marke BMW sind in den ersten sechs Monaten um fast 30 % gewachsen. Und die batterieelektrischen Modelle sind weiterhin eine tragende Säule unserer Strategie. Im zweiten Quartal hat BMW mit der Auslieferung des 1,5-millionsten vollelektrischen Fahrzeugs einen wichtigen Meilenstein erreicht. Über das gesamtes Portfolio werden nun mehr als 15 vollelektrische Modelle angeboten. 

In Europa erreichte der BEV-Anteil auf Konzernebene 25 %. Einschließlich der PHEVs liegt der Anteil der elektrifizierten Fahrzeuge bei fast 40%. Über alle Marken hinweg ist BMW die drittmeistverkaufte BEV-Marke in Europa.

Zipse wiederholte einmal mehr, dass eine Abhängigkeit von einer einzelnen Technologie schaden kann. Alles auf eine Karte zu setzen, sei ein zu großes finanzielles Risiko. 

Wasserstoff bietet Europa beispielsweise die Möglichkeit, vorhandenes Fachwissen zu nutzen und eine führende Rolle in einer neuen Technologie zu übernehmen, die zu unseren Klimazielen beiträgt. Und im Gegensatz zu BEVs ist dies ohne große Mengen an Rohstoffen oder Batterietechnologie möglich, die in Europa nicht in großem Maßstab produziert werden können.

Neue Klasse. Die BMW Group steht nun nur noch fünf Wochen vor dem nächsten großen Innovationsschritt, auf den unser gesamtes Unternehmen seit vielen Jahren fokussiert ist: die Einführung der NEUEN KLASSE. Am 05. September soll die Weltpremiere des brandneuen BMW iX3 in München erfolgen. Das Auto soll ein Benchmark in der Branche sein. 

Die 6. Generation der BMW eDrive Technologie wird Maßstäbe in Leistung und Effizienz setzen:
• Angetrieben von unseren selbstentwickelten Batteriezellen mit 20% höherer Energiedichte.
• eine elektrische Reichweite von bis zu 800 km gemäß WLTP.
• mit einer maximalen Ladeleistung von 400 Kilowatt können Kunden in nur 10 Minuten mehr als 350 km Reichweite laden, gemäß WLTP.
• und mit einem Energieverbrauch von 15 kWh/100 km.

Bis 2027 werden weltweit 40 neue Modelle und Modellüberarbeitungen mit den Technologieclustern der NEUEN KLASSE und der neuen Designsprache auf die Straße gebracht. Quelle: BMW / DMM