Hammer der Woche

Auch bei der Deutschen Bahn erlebt man immer wieder mal Außergewöhnliches, mitunter sehr Befremdliches. Zwei Fälle sind uns in jüngster Zeit unangenehm aufgefallen. Der eine auf der Fahrt mit dem Nürnberg-München-Express von Nürnberg nach Kinding im Altmühltal an der NBS Nürnberg-Ingolstadt, der andere mit dem ICE 1028 von Würzburg nach Frankfurt. Doch der Reihe nach.

Fall 1: Nürnberg-München-Express an einem Donnerstag Vormittag: Eine Gruppe junger Reisender mit Fahrrad wollte den NME in Nürnberg besteigen. Unter ihnen eine junge Frau, ohne Fahrrad. Zu Fünft hatten sie ein Bayernticket gelöst. Der Zugführer kam, zählte die Fahrräder und drei waren laut seiner Zählung zuviel an Bord. Er forderte höflich aber bestimmt die Personen mit Fahrrad auf, den Zug zu verlassen, andernfalls lasse er seinen Zug nicht abfahren. Es gab heftige Diskussionen mit der Gruppe und auch Reisende mischten sich ein. Der Zugführer ließ nicht mit sich reden, warf die Radler buchstäblich aus dem Zug. Die junge Frau blieb an Bord, als der NME endlich Richtung Ingolstadt auf der bayerischen Rennstrecke losfuhr. Und dann der Hammer: Während sie beteuerte, zusammen mit den hinausgewiesenen Personen ein Bayernticket gelöst zu haben, das der Zugführer vorher auch eingesehen hatte (!!!), sagte er dann zu der jungen Reisenden, die nach Ingolstadt wollte: "So, und Sie haben nun keinen Fahrschein, Sie fahren also schwarz". Die Empörung über die grobe Unverschämtheit des Zugführers schlug buchstäblich Wellen bei den Mitreisenden. Der ließ sich nicht beirren und drängte die junge Frau zum Bezahlen eines neuerlichen Tickets. Mit der sarkastischen Bemerkung "Sie können sich ja beschweren", machte er sich dann auf den Weg, die anderen Fahrgäste zu kontrollieren. Unsere Meinung: Die DB sollte sich von derlei Mitarbeitern umgehend trennen. Denn die sorgen mit ihrem Verhalten für einen massiven Imageverlust.

Fall 2: Erlebt diese Woche. Wir waren diese Woche pünktlich mit unserem Nahverkehrszug am frühen Dienstagmorgen in Würzburg Hbf angekommen. Ziel unserer Geschäftsreise: Amsterdam. Flug ab Frankfurt mit Lufthansa. Anreisen zum Flughafen wollten wir wie üblich per Bahn, weil die Autobahn A3 zwischen Würzburg und Aschaffenburg zurzeit ausgebaut wird und einen großen Risikofaktor darstellt, was das pünktliche Ankommen betrifft. Denn dank katastrophaler Verkehrspolitik ist besagte Autobahn täglich mit sicher mehr als hunderttausend Lkw chronisch verstopft bzw. dank Brummi-Unfällen beinahe täglich stundenlang dicht. Außerdem ist Fraport mit dem Auto anzufahren zurzeit ein wenig kompliziert, weil auch dort umgebaut wird, die Zufahrtswege zum Terminal 1.  

Unser ICE 1028 stand zwar abfahrtbereit in Würzburg Hbf, aber er startete nicht. Keiner wusste bescheid und es gab auch niemanden, der die Fahrgäste aufklären wollte oder konnte. Nach gut 20 Minuten des Ausharrens eine Durchsage im Zug, dass noch auf das Zugbegleiterpersonal gewartet werden müsse und, sobald dies eingetroffen wäre, es losginge.  30 Minuten nach Fahrplanstart zockelte unser ICE endlich los. Er fuhr aber nicht die direkte Strecke über den Spessart und Aschaffenburg, sondern erst ein Stückchen auf der NBS Richtung Fulda über Burgsinn, wo er einige Gedenkminuten einlegte, um dann über eine Umfahrungslinie auf die Strecke Fulda-Frankfurt einzuschwenken. Aschaffenburg war wegen dortiger Baumaßnahmen links liegen gelassen worden. Dass im Bordrestaurant die Kühlanlage ausgefallen war, sei nur am Rande erwähnt. Ach ja, unseren Flieger haben wir haarscharf noch erreicht.  

Fall 3: Der ist eigentlich schon verjährt, aber vergessen haben wir ihn trotzdem nicht. Wir wollten am frühen Morgen gegen 05 Uhr mit dem ersten ICE von Hannover zurück nach München reisen. Weil’s sehr früh war und es im Hotel noch kein Frühstück gegeben hatte, freuten wir uns auf den Frühstücksbesuch im Bordrestaurant des ICE. Aber Pustekuchen: Der Speisewagen des damaligen ICE 1 war abgesperrt. Kein Personal erschienen, wurde uns gesagt. Erinnert uns ein wenig an den aktuellen Fall von Würzburg, wo das Personal auch nicht erschienen war. Übrigens blieb der Speisewagen gesperrt bis zum Endbahnhof München. Das war fast fünf Stunden später. DMM