Heute wird wohl zweiter Lockdown beschlossen

Das Robert Koch-Institut meldet 14.964 Neuinfektionen in Deutschland - ein neuer Höchstwert. En zweiter teilweiser Lockdown wird heute (Mittwoch, 28. Oktober 2020) wohl beschlossen werden.

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Dienstes hat angesichts der gestiegenen Infektionszahlen neue Maßnahmen gefordert. Es sei wichtig, dass es bundesweit einheitliche Regelungen gebe, sagte Verbandsvorsitzende Ute Teichert im RBB-Inforadio.

Die meisten Ansteckungen fänden momentan im privaten Umfeld statt. "Eine enorme Änderung ist, dass fast die Hälfte der positiv getesteten Personen nicht mehr angeben können, wo sie den Kontakt zuletzt hatten", so Teichert. Kontaktbeschränkungen finde sie zwar schade und schwierig, "aber wir haben keine Medikamente, wir haben keinen Impfstoff, die einzige Möglichkeit, die Virusausbreitung zu verhindern ist, die Kontakte zu reduzieren», betonte Teichert.

Der Vorschlag des Bundes für die Beratungen mit den Ländern am Mitwoch, 28. Oktober 2020, sieht vor, dass Gastronomiebetriebe sowie Bars, Klubs und ähnliche Einrichtungen im November geschlossen werden sollen. Zudem sollen touristische Übernachtungen im Inland untersagt und Freizeiteinrichtungen wie Theater, Kinos, Schwimmbäder und Fitnessstudios ebenfalls schließen. Im Fal der Wirtschaft sollen der Industrie, Handwerk und Mittelstand sicheres Arbeiten umfassend ermöglicht werden. Die Arbeitgeber müssen aber ihre Mitarbeiter vor Infektionen schützen. Wo immer umsetzbar soll Hone-Office ermöglicht werden.

Zur Einhaltung der Maßnahmen sollen flächendeckend die Kontrollen verstärkt werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die geplanten Einschränkungen im öffentlichen Leben wegen der steigenden Infektionszahlen verteidigt. „Wenn wir warten, bis die Intensivstationen voll sind, ist es zu spät“, sagte Spahn im SWR. Im europäischen Ausland seien die Krankenhäuser schon wieder am Limit und es kämen auch wieder Hilfsanfragen. Es sei besser jetzt "die Welle zu brechen" und dann Richtung Weihnachten die Situation wieder eher unter Kontrolle zu haben. Für die von den geplanten Einschränkungen besonders betroffenen Branchen, wie Reiseveranstalter, Gastronomie und Kulturschaffende fordert Spahn zusätzliche Hilfe. Quelle: RKI / Bundeskanzleramt / tagesschau / DMM