Hochgeschwindigkeitszug entgleiste an falsch gestellter Weiche

Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Mailand-Bologna in der Nähe von Casalpusterlengo südöstlich von Mailand entgleiste am Donnerstagmorgen gegen 05.30 Uhr ein ETR 1000. Der zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 290 km/h schnelle Zug war um 05.10 Uhr in Milano Centrale gestartet und hatte zum Glück nur wenige Passagiere an Bord. Bei dem Unfall kamen der Triebfahrzeugführer sowie ein weiterer Trenitalia-Bediensteter ums Leben. 28 Fahrgäste wurden verletzt.

Ein Frecciarossa-Hochgechwindigkeitszug ist am Donnerstagmorgen kurz von 06 Uhr nahe Mailand entgleist. Foto: Twitter

Ein Frecciarossa-Hochgechwindigkeitszug ist am Donnerstagmorgen kurz von 06 Uhr nahe Mailand entgleist. Foto: Twitter

Der Frecciarossa-Zug, zurzeit der modernste Europas, war unterwegs von Mailand nach Salerno. Im Streckenabschnitt Mailand-Bologna sprang bei Tempo 290 km/h zuerst der führendes Wagen aus den Schienen und prallte gegen ein Gebäude, wobei der Lokführer und sein Beimann aus dem Führerstand geschleudert und tödlich verletzt wurden. Dann entgleisten weitere der insgesamt acht Wagen des Triebzugs und kippten teils um. Dabei wurden alle 28 Fahrgäste verletzt. Vor Ort sind zahlreiche Rettungskräfte. Auf der 350 km/h-Schnellstrecke sollen zum Zeitpunkt des Unglücks Bauarbeiten stattgefunden haben. Die Highspeed-Strecke ist zwischen Mailand und Bologna gesperrt. Sie ist eine der wichtigsten Magistralen Norditaliens, die täglich von etwa 200 Hochgeschwindigkeitszügen befahren wird. Im Zugverkehr in Norditalien wird es noch den ganzen Tag zu Verspätungen kommen.

Nach den Ergebnissen der ersten Untersuchungen entgleiste der Zug, weil sich eine Weiche in einer "falschen Position", sprich abzweigender Position befand. Die Weiche darf normalerweise nur mit 160 km/h bei abzweigender Fahrtrichtung befahren werden. Doch wurde sie mit 290 km/h überfahren. Warum die Weiche falsch gestellt war ermittelt un die Staatsanwaltschaft von Lodi.

Die ETR 1000 (auch V300 Zefiro) verkehren auf allen italienischen Schnellstrecken mit Tempo 300 km/h. Sie sind bei Firmenkunden und deren Dienstreisenden höchst beliebt. Die Triebzüge bieten 465 Plätze mit vier Servicelevels: Waggon 1: Executive (dominierende Farbe - Braun), Waggon 2: Business (dominierende Farbe - Blau), Waggon 3: Business + Bistro, Waggon 4: Premium (dominierende Farbe - Rot) sowie die Wagen 5-6-7-8: Standard (entspricht der 2. Klasse).  

Im Einsatz sind die 64 Zuggarnituren auf den Strecken
•    Turin – Mailand – Reggio Emilia AV - Bologna – Florenz – Rom – Neapel – Salerno: insgesamt über 110 Züge am Tag, von denen einige nach Norden in Richtung Brescia verkehren, nach Mittelitalien in Richtung Arezzo, Perugia und nach Süden bis nach Potenza und Tarent;
•    Venedig – Padua – Bologna – Florenz – Rom – Neapel – Salerno: 26 Züge am Tag, d. h. täglich insgesamt 40 Züge, zusammen mit den Frecciargento, zwischen Venedig und Rom, von denen 10 schnellere Züge die Verbindung zwischen Rom und Padua in 2.59 Std. und zwischen Rom und Venedig in 3.15 Std. gewährleisten. Vorgesehen sind auch Weiterführungen nach Udine und Direktverbindungen mit dem Flughafen Fiumicino.  
•    Bergamo-Brescia-Verona-Bologna-Rom : 2 Züge am Tag
•    Triest/Udine – Venedig – Padua – Vicenza – Verona – Brescia – Mailand: 48 Züge am Tag, davon 8, die ihre Strecke von und nach Turin erweitern, und 2 Direktverbindungen mit Venedig, Padua, Verona, Mailand und auch Genua. Das Angebot wird auf der quer verlaufenden Bahnstrecke Mailand-Turin durch 6 weitere Züge am Tag vervollständigt.
•    Bozen – Trient – Rovereto – Verona – Brescia – Mailand: 2 Züge am Tag (Neu seit Mitte Dezember 2019)
•    Turin/Mailand – Reggio Emilia AV - Bologna – Rimini – Ancona - Pescara - Foggia - Bari - Lecce: 6 Züge am Tag, davon 2 bis nach Pescara, 2 bis nach Bari, 2 bis nach Lecce. Quelle: Corriere della Sera / DMM