Immer mehr renitente Fluggäste

Die Europäische Flugsicherheitsagentur EASA hat die Nase voll on „Unruly Passengers“, sprich, renitenten und gewalttätigen Fluggästen. Deren aggressives Verhalten stört den Flugbetrieb immer öfters. Jetzt hat die EASA die Kampagne #notonmyflight gestartet und dazu ein Video produziert, um auf die Ausraster von Passagieren aufmerksam zu machen, die auch die Sicherheit gefährden können.

Randalierer an Bord schaden nicht nur dem Renommee der betroffenen Fluggesellschaft, sondern bilden auch eine ernste Gefahr für die Flugsicherheit. Fakt ist leider, dass die Täter zu einem immer größeren Problem für die Luftfahrt werden. Beschimpfungen, Prügeleien, Attacken auf das Bordpersonal und vieles andere mehr sind beinahe schon an der Tagesordnung. Viele Länder reagieren: Sie bitten die Täter zur Kasse, wenn wegen ihnen eine außerplanmäßige Landung notwendig wird (was locker einen hohen fünfstelligen Beitrag ausmachen kann) oder stecken sie für eine gewisse Zeit hinter Gitter. China z.B. nennt die TäterInnen in den Medien beim Namen und verbieten ihnen das Fliegen.  

Etliche Airlines (Icelandair, KLM, HOP!, Easyjet, Ryanair, transavia u.a.m.) sowie Flughäfen (Fraport, Heathrow) haben sich der EASA-Kampagne schon angeschlossen. Gemäß der IATA kam es 2017 alle 1.053 Flüge zu einem Vorfall. 2018 stieg diese Anzahl nochmals um 34 % an. Übermäßiger Alkoholgenuss, oft schon auf dem Flughafen, gehört zu den häufigsten Ursachen für renitentes Verhalten.

In mindestens 70% der Vorfälle war aggressives Verhalten Ursache unangenehmer Reiseerlebnisse. Und mindestens einmal im Monat eskalieren Vorfälle derart, dass die Piloten gezwungen sind, außerplanmäßige Notlandungen einzuleiten, so die EASA. Das Verhalten der unanständigen Fluggäste hat direkte Auswirkungen auf die Sicherheit der Mitreisenden. Jegliches Verhalten jenseits des Anstands, ob Trunkenheit, aggressives Benehmen oder anderes stellt ein unnötiges Risiko für den Flugverkauf dar. Alkoholisierte Gäste sind häufig genug nicht in der Lage, die Sicherheitsinstruktionen des Kabinenpersonals zu befolgen und herumbrüllende oder anderweitig aggressive Personen behindern das Bordpersonal in der Ausübung ihrer Tätigkeiten. Physische Gewalt endet oft mit Verletzungen Unbeteiligter. Und sollte ein Mitglied des Kabinenpersonals verletzt sein, wird damit auch die Wirksamkeit bei Notfällen negativ beeinträchtigt. https://www.easa.europa.eu/notonmyflightQuelle: EASA / DMM