Der NABU bedauert das Verhandlungsergebnis: Es verzögert dringend notwendige Schritte, um die Schifffahrt bis 2050 klimaneutral zu machen und Investitionen in saubere Technologien sowie Unterstützung für den globalen Süden auf den Weg zu bringen.
NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Dass die Mitgliedstaaten sich nicht auf ein konkretes Maßnahmenpaket zum Schutz des Klimas in der Schifffahrt verständigen konnten, ist bitter. In Zeiten geopolitischer Unsicherheiten hätte der Beschluss ein starkes Signal für den globalen Klimaschutz und den Multilateralismus sein können. Stattdessen stehen wir nach jahrelangen Verhandlungen ohne Ergebnis da.“
Der NABU fordert nun von der IMO, den vor Jahren eingeschlagenen Kurs wieder aufzunehmen. Lukas Leppert, NABU-Referent für Klima und Verkehr: „Ein Maßnahmenpaket, um fossile Kraftstoffe und Technologien schrittweise zu ersetzen und Klima und Umwelt zu entlasten, liegt auf dem Tisch. Im April hat sich eine Mehrheit dafür ausgesprochen. Die Mitgliedstaaten tragen Verantwortung, ihren nationalen und internationalen Pflichten nachzukommen und das Abkommen zu verabschieden.“
Hintergrund. Die internationale Seeschifffahrt verursacht rund drei Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen – so viel wie ganz Deutschland. 2023 einigten sich die Mitgliedstaaten der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (International Maritime Organization – IMO) auf das Ziel, den Sektor bis 2050 klimaneutral auszugestalten. Ein Maßnahmenpaket zur Reduzierung der Treibhausgasintensität von Schiffen sowie zur Bepreisung von Treibhausgasemissionen wurde im April 2025 vom Umweltausschuss der IMO entworfen. Statt einer rechtsverbindlichen Verabschiedung wurde die Entscheidung nun um ein Jahr verschoben. Quelle: NABU / DMM
