Intermodale Reisen, bei denen Flugzeug, Bahn, Schiff oder öffentliche Verkehrsmittel kombiniert werden, nehmen zu. Doch gerade an den Übergängen zwischen den Verkehrsmitteln entstehen häufig Probleme.
Ein Whitepaper des Luftfahrt-IT-Anbieters Sita kommt zu dem Ergebnis, dass mangelnde Zusammenarbeit zwischen Verkehrsbetreibern zu Stress für Passagiere, operativen Ineffizienzen und Einnahmeverlusten führen kann. Grundlage der Analyse ist das Papier „Navigating the Seams of Seamless Travel“.
Probleme entstehen vor allem an Umsteigepunkten
Besonders an Verkehrsknotenpunkten kommt es laut der Analyse zu Reibungsverlusten. Informationen gehen zwischen den beteiligten Betreibern verloren, Verantwortlichkeiten bleiben unklar und Reisende müssen Tickets, Fahrpläne und Regeln verschiedener Anbieter selbst koordinieren.
Getrennte Systeme erschweren zudem eine abgestimmte Reaktion auf Störungen. Das Whitepaper kommt daher zu dem Schluss, dass Verbesserungen weniger durch neue Infrastruktur als durch eine stärkere Vernetzung bestehender Systeme entstehen könnten.
Wenn Verkehrsbetreiber Daten über Passagierströme teilen und ihre Maßnahmen koordinieren, könnten sie Reisenden bei Störungen schneller Alternativen anbieten – etwa Umbuchungen oder den Wechsel auf ein anderes Verkehrsmittel.
„Heute bricht die Reise an den Übergabepunkten auseinander – und genau dort geht sowohl für Passagiere als auch für Betreiber Wert verloren“, so Benoit Verbaere, Director of Adjacent Markets bei Sita. „Passagiere sind gezwungen, als eigene Koordinatoren zu agieren, Tickets, Fahrpläne und Regeln zusammenzusetzen, nur um ihr Ziel zu erreichen.“
Praxisbeispiel aus Athen
Wie eine stärkere Abstimmung funktionieren kann, zeigt laut Sita die Initiative „Athens Travelwise“. Dabei bündeln Flughafen, Fluggesellschaft, Hafenbehörde und Bahnbetreiber Daten aus verschiedenen Quellen – etwa zu Flug-, Zug- und Schiffsverbindungen sowie zu Wetter- oder Ereignisinformationen.
Die beteiligten Akteure greifen über eine gemeinsame Plattform auf diese Daten zu. Dashboards und Schnittstellen (APIs) sollen helfen, schneller auf Störungen zu reagieren und Reisenden Alternativen anzubieten, wenn Anschlüsse gefährdet sind.
„Passagiere erinnern sich daran, wie mit Störungen umgegangen wird“, so Verbaere. „Wenn sie sich informiert und unterstützt fühlen, kommen sie zurück.“
