Aus Sorge vor möglichen Engpässen bei Flugtreibstoff fordern europäische Airlines ein koordiniertes Eingreifen der Europäischen Union. Hintergrund sind anhaltende Spannungen infolge des Iran-Kriegs und mögliche Einschränkungen wichtiger Transitrouten.
Forderungen der Fluggesellschaften
Der Branchenverband Airlines for Europe fordert, die Kerosinverfügbarkeit auf EU-Ebene eng zu überwachen. Dazu solle die EU-Kommission direkte Informationen von Treibstofflieferanten einholen. Zudem spricht sich der Verband für kurzfristige finanzielle Entlastungen aus. Dazu zählen eine vorübergehende Aussetzung des Treibhausgashandelssystems sowie die Abschaffung von Luftverkehrsteuern. Im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems müssen Fluggesellschaften Zertifikate für den Ausstoß klimaschädlicher Gase erwerben.
Darüber hinaus verlangt der Verband rechtliche Klarheit bei bestehenden Regelungen. Dies betreffe unter anderem sogenannte Slots an stark frequentierten Flughäfen. Zeitfenster, die wegen Luftraumsperrungen infolge des Konflikts nicht genutzt werden könnten, sollten demnach nicht als ungenutzt gelten. Zusätzlich bringt der Verband Mindestvorgaben zur Bevorratung von Flugtreibstoff sowie einen gemeinsamen Kerosineinkauf auf EU-Ebene ins Gespräch. «Dies sind vorübergehende Maßnahmen, um uns durch die aktuelle Situation zu bringen, sowie längerfristige Planungen, um für die Zukunft vorbereitet zu sein», sagte Geschäftsführerin Ourania Georgoutsakou.
Warnungen der Flughafenbetreiber
Auch der europäische Flughafenverband ACI Europe sieht Risiken für die Versorgung. Sollte der Transit durch die Straße von Hormus nicht innerhalb der nächsten drei Wochen wieder in nennenswertem und stabilem Umfang aufgenommen werden, könne eine Treibstoffknappheit in der EU Realität werden, hieß es in einem Schreiben des Verbandes.
Die EU-Kommission erklärte, derzeit gebe es keine Hinweise auf eine akute Knappheit von Flugtreibstoff. Eine Sprecherin wies jedoch darauf hin, dass Versorgungsprobleme bald auftreten könnten. Man koordiniere sich derzeit sehr eng mit den Mitgliedstaaten und der Industrie. (dpa)
