Beim Dienstrad-Leasingunternehmen Jobrad verlieren weniger Menschen ihren Arbeitsplatz als zunächst befürchtet. Nach Gesprächen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat müssen einer Mitteilung zufolge 107 Mitarbeiter die in Freiburg ansässige Jobrad GmbH bis zum Ende des Jahres verlassen. Mehrere Medien hatten zuvor über das Ergebnis der Gespräche berichtet.
Im vergangenen Herbst war von einem Fünftel der Stellen die Rede gewesen, genaue Zahlen hatte ein Sprecher allerdings nicht genannt. Bei dem Unternehmen waren seinerzeit 850 Männer und Frauen beschäftigt - rechnerisch hätten also rund 170 Menschen betroffen sein können. Die Jobrad-Gruppe insgesamt hat nach jüngsten Angaben mehr als 1.400 Beschäftigte.
Betriebsrat trägt Lösung mit
„Der Stellenabbau ist schmerzhaft - aber er ist im Rahmen unseres Transformationsprozesses notwendig“, sagte der Geschäftsführer der Jobrad GmbH, Florian Baur, der Mitteilung zufolge. Die Betriebsratsvorsitzende Helena Heitzer wurde unter anderem mit den Worten zitiert: „In der Einigung sehen wir dennoch eine tragfähige Lösung, die soziale Verantwortung mit der langfristigen Stabilität des Unternehmens verbindet.“
Nachlassende Nachfrage nach Diensträdern
Ende September waren laut damaliger Mitteilung die Mitarbeitenden darüber informiert worden, dass aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtlage und der anhaltenden Konsolidierung im Fahrradmarkt eine Anpassung der Personalstruktur erforderlich sei. Im Jahr 2024 hatte die gesamte Jobrad-Gruppe einen Umsatz von knapp 1,4 Milliarden Euro erzielt. Zum vergangenen Jahr machte ein Sprecher auf Nachfrage keine Angaben.
Nach dem Fahrrad-Boom in der Corona-Zeit hatte die Branche nach Verbandsangaben deutliche Absatzverluste in Deutschland erlitten. Hohe Lagerbestände, teilweise Dumpingpreise und eine zwischenzeitlich zurückgefahrene Produktion waren die Folge. (dpa)
