Kempinski: CEO geht schon wieder

Kempinski ist die älteste Luxushotelgruppe Europas. Seit gut sechs Jahren kommt sie nicht mehr zur Ruhe. Denn nach gerade mal 18 Monaten schmeißt der mit vielen Lorbeeren versehene CEO Martin R. Smura (52) hin. Grund sind Differenzen mit dem Aufsichtsrat.

Martin R. Smura verlässt nach 18 Monaten als CEO die Kempinski-Luxushotel-Gruppe. Foto: Kempinski

Martin R. Smura verlässt nach 18 Monaten als CEO die Kempinski-Luxushotel-Gruppe. Foto: Kempinski

Seit 01. Juli 2019 führte der frühere Dorint-Präsident Martin R. Smura (52) die renommierte Hotelgruppe mit Sitz in Genf als CEO von Kempinski Hotels, als Vorstandsvorsitzender der Kempinski AG und der Kempinski Hotels SA. Martin R. Smura verantwortete seit seinem Antritt bei Kempinski vor 18 Monaten  die globale Strategie der Hotel-Gruppe. Er sollte die Richtung der europäischen Luxusmarke vor geben und ihren Pioniergeist vorantreiben und die Beziehung zu den Hoteleigentümern und Investoren pflegen. Zudem war er als Vorstandsvorsitzender auch verantwortlich für die Bereiche Corporate Affairs, Kommunikation, Markenstrategie sowie Recht und Qualitätsmanagement des Unternehmens.

Die Differenzen zwischen Smura und dem Kempinski-Aufsichtsrat sollen sich an der im Oktober 2019 verkündetem Partnerschaft mit dem Düsseldorfer Unternehmen „12.18. Investment Management“ entzündet haben. „12.18. konzipiert nach eigenen Angaben hochwertige Hotel- und Touristikimmobilieninvestments für institutionelle und private Anleger. Dem Vernehmen nach hat das Kempinski-Kontrollgremium in der Zusammenarbeit mit den Rheinländern keinen Sinn gesehen haben, weshalb diese nun geplatzt sein soll. Smura wurde beauftragt, den Deal rückgängig zu machen.  

Seinen berufliche Karriere hatte Martin R. Smura als 15-Jähriger mit einer Kochlehre und der Ausbildung zum Hotelkaufmann. Später studierte er „operatives Accounting und Finanzen“ an der Cornell University in New York und er machte an der California State University, Hayward in San Francisco seinen MBA-Abschluss.

Im Lauf der Jahre sammelte er Erfahrung in internationalen Spitzenhotels auf fünf Kontinenten. Vor Kempinski war er als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Dorint-Hotelgruppe tätig. Meilensteine Meilensteine in seiner Laufbahn waren u.a. ein Sitz im Aufsichtsrat der russischen Azimut Hotels, der Vorsitz im Verwaltungsrat der Adlon Holding und die CEO-Position von Fundus Amerika, einen US-Hotelimmobilienfonds (Atlanta,Georgia).

Smura war auf einige glücklose Nachfolger von Reto Wittwer als Chef auserkoren worden mit dem Ziel, die einst ruhmreiche Ära des Schweizers Wittwer fortzusetzen. Der Schweizer hate  Kempinski in seinen fast 20 Jahren als CEO von einer mittelständischen Hotelgruppe zu einer Weltmarke in der Luxus-Hotellerie geführt. Die ehrgeizigen Vorgaben der Kempinski-Gruppe konnte offensichtlich auch Smura nicht erfüllen. Die Luxushotelkette plante eigentlich eine Expansion auf mehr als 100 Häuser bis 2021. Quelle: KK / Kempinski / DMM