Kreuzfahrtbranche: festgefahren im Schweröl

Während die Zahl der Kreuzfahrtgäste weiter wächst, belasten die Schiffe Klima und Umwelt nach wie vor erheblich. Die bisherigen Anstrengungen der Reedereien reichen nicht aus, wie das vom NABU veröffentlichte Kreuzfahrtranking 2025 zeigt. Zwar haben Spitzenreiter im Ranking, darunter Havila und Hurtigruten gefolgt von Ponant, bereits einige vorbildliche Schritte zur Reduktion ihrer Emissionen unternommen. Doch keine der untersuchten Reedereien setzt konsequent und flächendeckend wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz um.

„Viele Kreuzfahrtanbieter steuern beim Klimaschutz in die richtige Richtung – etwa mit energieeffizienteren Neubauten oder durch technische Verbesserungen bestehender Flotten. Manche erproben erste zukunftsweisende Technologien. Vor allem in deutschen Häfen gehen die Schadstoffemissionen zurück, da häufiger Landstrom genutzt wird“, so Sönke Diesener, Schifffahrtsexperte beim NABU. „Doch der entscheidende Hebel für eine klimafreundlichere Schifffahrt ist der Umstieg auf grüne eFuels. Hier bleiben die Reedereien zögerlich und setzen stattdessen auf Scheinlösungen wie fossiles LNG oder Biokraftstoffe mit zweifelhafter Klimabilanz. Wirklich mutige Investitionen – etwa in methanolfähige Neubauten – bleiben bislang die Ausnahme. Unterm Strich ist die Branche einmal mehr aufgefordert, unsere Gesundheit, unsere Umwelt und unser Klima nicht weiter zu belasten, sondern im Einklang mit ihnen zu wirtschaften.“ 

Ein weiterer großer Missstand ist die weiterhin weit verbreitete Nutzung von Schweröl. Lediglich vier Reedereien schließen den Einsatz dieses klimaschädlichen und hochgiftigen Brennstoffs aus, so Raija Koch, NABU-Expertin für Schifffahrt: „Die meisten Kreuzfahrtanbieter setzen weiterhin in großem Stil auf Schweröl und leiten durch Abgaswäscher zusätzlich Schadstoffe ins Meer. Um es klar zu sagen: Der Einsatz von Schweröl schadet Mensch und Natur massiv und muss sofort beendet werden. Für die Reedereien ist der Umstieg auf sauberere fossile Alternativen sowohl technisch machbar als auch wirtschaftlich zumutbar.“ 

Der NABU fordert die Kreuzfahrtunternehmen deshalb zu verbindlichen und ambitionierten Schritten auf. Nur ein schneller Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen und Investitionen in erneuerbare, nicht-biogene Alternativen ermöglichen es der Branche, glaubwürdig ihren Beitrag zu Klima- und Umweltschutz zu leisten. Quelle: NABU / DMM