Leere Autobahnen waren ein Vergnügen, damit ist es jetzt wieder vorbei

Das Verkehrsgeschehen auf den deutschen Autobahnen hat mit den Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen wieder spürbar zugenommen. Allein am vergangenen Wochenende zählte der ADAC doppelt so viele Staus und auch doppelt so lange Wartezeiten wie am Wochenende davor.

So schön war es am 02. April 2020 auf der A9 zwischen München und Nürnberg. Kaum aber wurden die Corona-Beschränkungen gelockert, kehrt wieder der Wahnsinn auf den deutschen Autobahnen ein. Foto: G. Zielonka

So schön war es am 02. April 2020 auf der A9 zwischen München und Nürnberg. Kaum aber wurden die Corona-Beschränkungen gelockert, kehrt wieder der Wahnsinn auf den deutschen Autobahnen ein. Foto: G. Zielonka

Am Samstag, 09. Mai 2020 summierten sich die Staus auf 380, am Sonntag auf 265. Am Wochenende davor waren es 187 am Samstag bzw. 133 am Sonntag. Vom Stau-Niveau, wie dies vor der Verhängung der Corona-Beschränkungen an der Tagesordnung war, sind die aktuellen Zahlen jedoch noch ein gutes Stück entfernt. So zählte der ADAC an den Wochenenden im Februar, also vor Beginn der Corona-Krise, teils mehr als 900 Staus pro Tag. Die brutalsten Verursacher sind die Lkw-Fluten, die Deutschlands Straßen und die Menschen buchstäblich kaputt machen.

Wie sich Beschränkungen und Lockerungen auf den Verkehr ausgewirkt haben und immer noch auswirken, zeigt die Entwicklung der Stauzahlen an den Arbeitstagen. So ereigneten sich in der Kalenderwoche 11 zwischen dem 09. und dem 13. März rund 9.400 Staus mit einer Gesamtlänge von 14.500 km. In der Kalenderwoche 12 (16. 3. - 20.3.) waren es nur noch 4.000 Staus mit einer Gesamtlänge von rund 4.900 km. Wieder eine Woche später, in der KW 13 (23.3. - 27.3.) sackte die Zahl der Staus auf rund 1.800 mit einer Gesamtlänge von 1.800 km ab. Diese Zahlen markierten den vorläufigen Stau-Tiefststand während des bisherigen Krisenverlaufs. Positiver Effekt: Die Menschen in Deutschland erlebten wieder eine Umgebung ohne störende Lärm und Schadstoff-Emissionen. Und nachweislich gab es laut Wissenschaftlern eine wesentlich bessere Luftqualität.

In den nachfolgenden Wochen blieb die Zahl der Staus bei 2.200 bis 2.500 insgesamt stabil, aber seit der Kalenderwoche 17 (20. 4. - 24. 4.) ist mit 3.900 Staus ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. In der KW 18 zwischen dem 27. April und dem 01. Mai kletterten die Zahlen auf rund 4.100 und in der KW 19 (4.5. - 8.5.) auf gut 5.000. Dies entspricht in etwa der Hälfte der für gewöhnlich registrierten Staus während einer Arbeitswoche.

Zugenommen haben auch wieder die Autobahnbaustellen. Anfang März waren auf deutschen Autobahnen 543 Baustellen eingerichtet, in der vergangenen Woche waren es schon 736. Auch dies dürfte maßgeblich zur Zunahme der Staus und der Wartezeiten beigetragen haben. Quelle: ADAC / DMM