LH Group Airlines verweigern Erstattungen an Reisebüros

Die Lufthansa Group hat seit Samstag (21. März 2020) die Refund-Funktionen in den Reservierungssystemen und auf den Websites der Konzern-Airlines abgestellt. Tickets für stornierte Flüge werden derzeit nicht auf Knopfdruck erstattet, was viele Reisebüros auf die Palme bringt: denn die Reisemittler beklagen nun, dass dafür nun ihre Liquidität zusätzlich unter Druck gerate. Sie sehen sich in diesen Tagen großflächig mit Erstattungsforderungen zahlreicher Kunden konfrontiert, die ihr Geld für bereits bezahlte, nun aber stornierte Flüge zurück haben möchten.

 

Die LH Group Airlines verweigern aktuell den Reisebüros Erstattungenfür vom LH-Konzern stronierte Flüge. Foto: LH

Die LH Group Airlines verweigern aktuell den Reisebüros Erstattungenfür vom LH-Konzern stronierte Flüge. Foto: LH

"Die Erstattungsfunktionalität für Tickets der Lufthansa Group Airlines wurde vorübergehend in allen Reservierungssystemen sowie auf den Webseiten der Airlines und auf www.lhgroup-agent.com deaktiviert. Bereits eingereichte Refunds werden zu einem späteren Zeitpunkt bearbeitet", erklärte das Unternehmen ohne Zeitangabe nun in seinem eXparts-Newsletter.

Mit der Unterbrechung der Refund-Funktion und damit der Sperrung von Rückzahlungen für stornierte Flüge bringt in diesem Zusammenhang die Lufthansa-Tochter Swiss Schweizer Reisebüros in arge Bedrängnis. Noch am Donnerstag, 19. März 2020, hatten Swiss-Manager bei der Jahresmedienkonferenz die Wichtigkeit der Reisebüros betont und bedankten sich für deren Einsatz und nun das. Noch am Donnerstag, 19. März 2020, hatte Swiss-Kommerzchef Tamur Goudarzi Pour gesagt, dem Luftfahrtunternehmen sei die starke Partnerschaft mit Reisebüros wichtig. Und Swiss versuche, das Leben der Reisebüros zu vereinfachen. So habe Swiss die Ticket-Waiver-Policies, die Regeln, wie man Ticket umschreiben kann, deutlich vereinfacht. Am Samstag, 21. März 2020 dann stellte die Swiss und alle anderen Lufthansa-Airlines die Refund-Funktion in den Reservierungssystemen ohne Ankündigung ab und informierten erst am Montag, 23. März 2020, per Agenten-Newsletter, dass die Funktion vorübergehend deaktiviert sei. Refunds würden zu einem späteren Zeitpunkt ausbezahlt.

Aus Reisebüro-Sicht ist dieser Schritt unerhört. Denn bei ihnen im Laden stehen Kunden, die ihr Geld zurückverlangen für jene Flüge, die mittlerweile storniert wurden. Doch die Swiss sowie die anderen Fluglinien der Lufthansa Group  rückt derzeit dieses Geld nicht heraus. Der Vorwurf an die Lufthansa: Ihre Airlines versuchen derzeit, ihr Geld zusammenzuhalten und drohende Liquiditätsengpässe zu vermeiden. Großkunden betrachten die Vorgehensweise der Lufthansa auch aufgrund der dürftigen Informationen als "an der Grenze zum Betrug"..

Der Präsident des Schweizer Reisebüro-Verbands STAR, Luc B. Vuilleumier, bezeichnet das Vorgehen des Swiss als „absolute Frechheit“. Dieses Vorgehen sei nicht akzeptabel und bringe die finanziell ohnehin schon angeschlagenen Reisebüros in weitere Nöte. Vuilleumier forderte den Schweizer Bundesrat auf, die Staatshilfe an Swiss zu verweigern und die Airline zu zwingen, die Gelder umgehend herauszurücken.

Eine Vertreterin der Swiss soll gegenüber der neuen Züricher Zeitung gesagt haben, dass Erstattungen in der momentanen Situation nicht in den sonst üblichen Fristen machbar seien. Quelle: NZZ / travelnews.ch / DMM