London lockert Einreisebestimmungen

Als die britische Regierung in der ersten Juni-Woche 2020 verkündete, dass jeder, der nach Großbritannien einreisen möchte, sich in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben hat, gab es einen Aufschrei bei den britischen Tourismusorganisationen und erst recht bei den Fluggesellschaften. Der Geschäftsreiseverkehr auf die Insel blieb damit bei Null. Nun hat London nachgegeben und angekündigt, dass die Quarantänepflicht für Reisende aus 59 Ländern sowie 14 „British Overseas Territories“ ab 10. Juli 2020 aufgehoben wird. Einige europäische Länder sind allerdings noch auf der Quarantäneliste.

Geschäftsreisende und private Besucher mit Ziel England müssen ab 10. Juli 2020 nicht mehr eine 14-tägige Quarantäne antreten. Die gilt weiterhin für Schottland, Nordirland und Wales. Foto: wikimedia

Geschäftsreisende und private Besucher mit Ziel England müssen ab 10. Juli 2020 nicht mehr eine 14-tägige Quarantäne antreten. Die gilt weiterhin für Schottland, Nordirland und Wales. Foto: wikimedia

Einreisende nach Großbritannien müssen seit 08. Juni 2020 an der Grenze zu UK, Schottland oder Irland ihre Adress- und Kontaktdaten hinterlassen und zwei Wochen lang in Quarantäne gehen. Wer sich bisher nicht an die 14-tägige Pflicht zur Selbstisolation halten wollte, musste mit einem hohen Bußgeld rechnen. Mehrere Fluggesellschaften, darunter British Airways, hatten dagegen Klage eingereicht.

Die neue Vorschrift des Transportministeriums: Für Bürger aus Ländern mit „geringerem Risiko“ – darunter Deutschland – soll die Quarantänepflicht entfallen. Auf der soeben veröffentlichten Liste der Staaten und Territorien, die nicht mehr unter die strikten Quarantänezwang fallen, stehen: Andorra, Antigua & Barbuda, Aruba, Australien, Bahamas, Barbados, Belgium, Bonaire, Sint Eustatius and Saba, Croatia, Curaçao, Dänemark, Deutschland, Dominica, Färöer, Fidschi, Finnland, Frankreich, Französisch-Polynesien, Griechenland, Grönland, Grenada, Guadeloupe, Hong Kong, Island, Italien, Jamaika, Japan, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Macau, Malta, Mauritius, Monaco, Neukaledonien, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Réunion, San Marino, Schweiz, Serbien, Seychellen, Spanien, St. Barthélemy, St. Kitts and Nevis, St. Lucia, St. Pierre & Miquelon, Südkorea, Taiwan, Trinidad & Tobago, Tschechien, Türkei, Ungarn, Vatikan, Vietnam, Zypern.

Hinzu kommen noch die Britischen Überseegebiete Anguilla, Bermuda, British Antarctic Territory, British Indian Ocean Territory, British Virgin Islands, Cayman Islands, Falkland Islands, Gibraltar, Montserrat, Pitcairn Islands, St. Helena, Ascension & Tristan da Cunha, Südgeorgien & Sandwich-Inseln, Turks & Caicos.

In UK wurde laut Verkehrsminister Grant Shapps ein Ampelsystem eingeführt. Grün gilt für die oben genannten, jetzt genehmen Länder, Orange für solche, wo es noch Zweifel gibt und Rot für die Nationen, wo Covid-19 ganz besonders wütet. Das heißt: Sich um eine Reise nach UK bemühen brauchen sich Geschäfts- und Privatreisende gar nicht erst, wenn sie aus den USA kommen, aus Kanada, aus einem der lateinamerikanischen Länder, aus Portugal, Russland und Schweden.

Interessanterweise gilt diese neue Regelung nur für England, und nicht für das ganze Vereinigte Königreich. Die halbautonomen Verwaltungen des Königreichs, Schottland und Wales überlegen sich noch, ob sie nachziehen wollen. Nordirland hat bereits angekündigt, bis auf Weiteres die Quarantänepflicht immer noch durchzusetzen. Wer in England einreist, muss sich ab übernächster Woche bei der Einreise nur noch registrieren, für ein allfälliges Tracking. Britische Staatsangehörige, die die „grünen Länder“ besuchen, müssen ebenfalls nicht mehr in Quarantäne bei der Rückkehr auf die Insel. Quelle: gov.uk / DMM