„Viele Amerikaner planen weniger Flüge und Hotelaufenthalte und haben weniger Geld zur Verfügung“, warnt Kate Ferrara, stellvertretende Vorsitzende und Branchenleiterin für Transport, Gastgewerbe und Dienstleistungen bei Deloitte in den USA.
„Unsere Studie ergab zwar, dass mehr Verbraucher reisen wollen, um Zeit mit ihren Lieben zu verbringen, doch sie zögern, Geld für längere und luxuriösere Reisen auszugeben. Dies dürfte viele Reiseanbieter auf einen schwächeren Winter vorbereiten“, so Ferrara weiter.
Deloitte befragte zwischen dem 26. September und 03. Oktober 2025 3.896 US-Staatsbürger zu ihren Reiseplänen für Thanksgiving und die Feiertage. Mehr als die Hälfte gab an, in diesem Zeitraum verreisen zu wollen, doch die durchschnittlichen Reisebudgets sind um 18 % gesunken. Besonders deutlich spürbar sind die Budgetbeschränkungen bei den Jüngeren: Das Budget der Generation Z sank im Vergleich zum Vorjahr um erstaunliche 31 %. Angesichts der erzwungenen Sparmaßnahmen setzen Amerikaner vermehrt auf Auto- und Bahnreisen statt auf Flüge.
Für Fluggesellschaften, die sich auf zahlungskräftige Passagiere konzentrieren, gibt es weitere schlechte Nachrichten: Amerikaner mit hohem Einkommen planen, ihre Feiertagsreisen am stärksten einzuschränken. Die einzige Generation, die 2025 mehr für Reisen ausgeben will, sind die Babyboomer, doch auch ihre Zahl sinkt. Erstmals werden die Generation Z und die Millennials die Mehrheit der Reisenden stellen. Zudem nutzen immer mehr US-Amerikaner KI, um die besten bzw. für sie kostengünstigsten Reiseangebote zu finden.
Doch trotz der düsteren Prognosen gibt es auch positive Nachrichten für die Luftfahrt. Airlines mit einer treuen Kundschaft haben gute Chancen auf Buchungen: 37 % der Amerikaner geben an, dass sie bei der nächsten Flugbuchung weiterhin ihre bevorzugte Airline wählen werden.
Eileen Crowley von Deloitte ist überzeugt, dass Fluggesellschaften und andere Reiseanbieter nicht mehr mit einem Einheitskonzept die heutigen Kunden überzeugen können. Zwar sind die Befragten weiterhin bereit, für luxuriöse Erlebnisse tiefer in die Tasche zu greifen, doch Fluggesellschaften, die auf Innovation setzen und generationen- und einkommensübergreifende Zielgruppen ansprechen, werden die besten Ergebnisse erzielen.
DMM Einschätzung. Diese Umfrage dürfte für viele Fluggesellschaften, die ihre Buchungszahlen bereits im Blick haben, keine große Neuigkeit sein. Sie liefert jedoch ein weiteres Indiz für eine nachlassende Nachfrage nach Flugreisen. Vor allem die Bahn ist im Zusammenhang mit dem Ausbau des US-Schienennetzes und vielen neuen Zügen von Siemens Mobility und Stadler dabei, viele Hunderttausende Passagiere vom Flugzeug abzuziehen. Immer mehr Fluggesellschaften berichten von Preisdruck in der Economy Class, und immer mehr Verbraucher buchen Flüge erst in letzter Minute, um das beste Angebot zu ergattern. Airlines sind demzufolge zunehmend auf zahlungskräftige Passagiere angewiesen, die teurere und lukrativere Tickets in Premium-Kabinen buchen. Quelle: Deloitte / DMM



