Lufthansa sieht sich trotz Risiken gut für Sommer aufgestellt

Trotz steigender Kerosinkosten, Streiks und geopolitischer Risiken blickt die Lufthansa optimistisch auf den Sommer und passt Angebot sowie Kapazitäten an.

Lufthansa erwartet trotz Kerosinrisiken und Streiks einen stabilen Sommer und passt ihr Streckenangebot sowie die Kapazitäten an. Foto: Mathias Weil - stock.adobe.com

Die Versorgung mit Kerosin ist nach Angaben des Lufthansa-Konzerns derzeit bis Mitte Juni gesichert.

Unsichere Treibstofflage und steigende Kosten

Für die Zeit danach sinke zwar die Planungssicherheit, Konzernchef Carsten Spohr geht jedoch davon aus, dass bestehende Versorgungslücken geschlossen werden können. An den Drehkreuzen der Gruppe seien derzeit keine Einschränkungen zu erwarten.

Ein wesentlicher Teil der europäischen Kerosinimporte war zuvor über den Persischen Golf erfolgt. Nach der Sperrung der Straße von Hormus werde aktuell etwa die Hälfte dieses Anteils durch Lieferungen aus anderen Regionen ersetzt, während die übrige Menge aus kommerziellen Reserven stamme. Staatliche Lagerbestände würden bislang nicht genutzt.

Der Konzern drängt darauf, in der EU auch den in den USA üblichen Treibstoff Jet Fuel A zuzulassen. Dies könne die Versorgungslage verbessern. Zudem prüft die Lufthansa auf einzelnen Langstrecken Zwischenlandungen, falls ein Nachtanken am Zielort nicht möglich sein sollte. Spohr sagte: „Auch wir können nur fliegen, wenn wir Kerosin haben.“

Angebot angepasst und Nachfrage verlagert

Für Geschäftsreisende relevant ist vor allem die Anpassung von Kapazitäten und Strecken. Die Lufthansa will ihr Angebot künftig langsamer ausbauen und plant nur noch ein Wachstum von bis zu 2 Prozent statt zuvor vier Prozent. Gleichzeitig werden unrentable Verbindungen im Europa-Verkehr gestrichen, auch im Zuge der Schließung der Regionaltochter Cityline.

Dem gegenüber steht eine stärkere Nachfrage auf Langstrecken, insbesondere nach Asien und Afrika. Hier profitierte der Konzern im ersten Quartal von Einschränkungen bei Wettbewerbern aus dem Nahen Osten. Trotz krisenbedingter Belastungen konnte die Lufthansa zusätzliche Kapazitäten in andere Regionen verlagern.

Finanziell bleibt die Lage angespannt. Die Kerosinkosten sollen im laufenden Jahr bei 8,9 Milliarden Euro liegen und damit um 1,7 Milliarden Euro höher als ursprünglich geplant. Zudem belasteten Streiks das Ergebnis mit rund 200 Millionen Euro bis einschließlich April. Finanzchef Till Streichert erklärte, das Ergebnis werde „vermutlich geringer ausfallen als ursprünglich gedacht“. Der bisher eingeplante Puffer sei weitgehend aufgebraucht.

Dennoch hält der Konzern an seiner Prognose fest, das operative Ergebnis im Tagesgeschäft gegenüber dem Vorjahr um mindestens 10 Prozent zu steigern. Grundlage seien unter anderem höhere Ticketpreise, Kostensenkungen und ein flexibleres Streckennetz. (dpa)