Die Lufthansa will den Flugbetrieb ihrer Regionaltochter Cityline einstellen. Als Gründe nennt der Konzern stark gestiegene Kerosinpreise und die Kosten der anhaltenden Arbeitskämpfe.
Stilllegung der Cityline und Flottenkürzungen
Nach dem Willen des Vorstands sollen 27 ältere Jets vom Typ Canadair CRJ der Cityline nicht mehr im Linienverkehr eingesetzt werden. Die Maßnahme treffe die derzeit bestreikte Gesellschaft früher als ursprünglich geplant. Auch bei der Lufthansa-Kernmarke seien Einschnitte vorgesehen: Sechs ältere Langstreckenflugzeuge sollen Ende Oktober ausgemustert werden, darunter vier Airbus A340-600 sowie zwei Boeing 747-400. Der endgültige Abschied von diesem Flugzeugtyp sei für das kommende Jahr vorgesehen, jüngere Boeing 747-8 bleiben Teil der Flotte.
Lufthansa begründet die Schritte mit deutlich gestiegenen Kerosinpreisen und den Belastungen durch die laufenden Streiks. Besonders ineffiziente Flugzeuge würden vorzeitig stillgelegt, um den Zukauf von Kerosin am freien Markt zu reduzieren. Der Treibstoffbedarf der Passagier-Airlines der Lufthansa Group sei zu rund 80 Prozent abgesichert und damit überdurchschnittlich hoch.
Kritik der Gewerkschaften und weitere Maßnahmen
Die Gewerkschaft Ufo wertet die Entscheidung als Reaktion auf die jüngsten Streiks. Tarifexperte Harry Jaeger erklärte: „Wir sind erschüttert und fassungslos.“ Auch die Vereinigung Cockpit kritisierte die kurzfristige Einstellung des Cityline-Flugbetriebs. Präsident Andreas Pinheiro sagte, die angeführten geopolitischen Gründe erschienen nicht überzeugend, da kein Wettbewerber derzeit vergleichbare Kapazitäten aus dem Markt nehme.
Parallel plant Lufthansa, die Zubringerflüge im Winterflugplan effizienter zu gestalten. Nicht alle europäischen Drehkreuze müssten gleichzeitig angeflogen werden. Dadurch könnten laut Konzern bis zu fünf Flugzeuge eingespart werden. Die bislang von Cityline betriebenen Verbindungen sollen im Netz kompensiert werden, möglich seien Streichungen ineffizienter Strecken oder Reduzierungen zu Randzeiten.
Für die Beschäftigten der Cityline seien Anschlussbeschäftigungen angeboten worden. Lufthansa kündigte Gespräche über einen Interessenausgleich und Sozialplan an. Bei der Cityline arbeiten rund 800 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter sowie etwa 500 Piloten. (dpa)
