Lufthansa-Streiks weiten sich auf Mittwoch und Donnerstag aus

Während der laufenden Pilotenstreiks kündigt die Kabinengewerkschaft Ufo weitere Arbeitsniederlegungen an. Der Ausstand soll am Mittwoch und Donnerstag fortgesetzt werden.

Weitere Streiktage bei Lufthansa verschärfen die Lage für Passagiere an deutschen Flughäfen. Foto: Wirestock - stock.adobe.com

Noch während der bis Dienstag laufenden Arbeitsniederlegungen der Piloten hat sich der Arbeitskampf bei der Lufthansa weiter verschärft. Die Kabinengewerkschaft Ufo hat angekündigt, den Streik auf Mittwoch und Donnerstag auszuweiten.

Kabinenpersonal ruft zu weiteren Streiktagen auf

Die Gewerkschaft Ufo hat die Flugbegleiter der Lufthansa und der Lufthansa Cityline zu zwei weiteren vollen Streiktagen aufgerufen. Damit setzt sich der Arbeitskampf des fliegenden Personals über den bisherigen Pilotenstreik hinaus fort. Es handelt sich um die fünfte Streikwelle in diesem Jahr.

Die Gewerkschaften planen zudem eine Kundgebung vor der Konzernzentrale am Frankfurter Flughafen. Anlass ist der Festakt zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Lufthansa, der damit überschattet wird. Bereits zum Wochenbeginn hatten die Arbeitsniederlegungen der Piloten zu hunderten Flugausfällen geführt. Tausende Passagiere mussten ihre Reisepläne ändern.

Verhärtete Fronten zwischen Management und Gewerkschaften

Lufthansa hatte die Forderungen der Piloten als „absurd und unerfüllbar“ bezeichnet. Personalvorstand Michael Niggemann warnte die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo davor, ihren Kurs fortzusetzen. „Jeder Streik verkleinert die betroffene Fluggesellschaft“, sagte Niggemann mit Blick auf die entstehenden Kosten.

Ufo‑Tarifexperte Harry Jaeger erklärte, die hohe Streikbeteiligung zeige, dass sich das Kabinenpersonal nicht „für dumm verkaufen“ lasse. „Wir haben es hier mit einer Arbeitgeberseite zu tun, die sich in einer Hardliner‑Position eingerichtet hat, während sie unentwegt verkündet, ,jederzeit verhandlungsbereit‘ zu sein.“

Niggemann wies die Kritik zurück. „Der erneute Streikaufruf der Spartengewerkschaft UFO zeigt auf bedrückende Weise, dass ihr das Schicksal unserer Fluggäste und die Zukunft der Lufthansa völlig gleichgültig sind“, sagte er. Die Einsatzbedingungen für Flugbegleiter seien konzernweit bereits die besten und sollten nun weiter angehoben werden.

Ufo‑Vorsitzender Joachim Vázquez Bürger verteidigte die Proteste rund um den Jubiläumsfestakt. „Wenn sich das Management gemeinsam mit der Bundespolitik für 100 Jahre Lufthansa feiert, dann werden wir genau dort sichtbar machen, unter welchen Bedingungen die Arbeitgeberseite funktioniert.“

Lufthansa‑Chef Carsten Spohr erklärte, der Konzern werde vor den Streiks nicht einknicken. „Lieber einige Tage mit einem streikbedingt reduzierten Angebot der Lufthansa‑Gruppe als irgendwann dauerhaft mit einer deutlich reduzierten Kernmarke“, sagte er. (dpa)