Lufthansa überlegt komplette Einstellung des Flugbetriebs

Der US-Bann bis zunächst Mitte April 2020 könnte zur Folge haben, dass die Lufthansa ihren gesamten Flugbetrieb eine Zeit lang einstellen wird. Im Vorstand werden zurzeit solche Szenarien durchgespielt.

Im LH-Vorstand wird über eine weitgehende Einstellung des Flugbetriebs diskutiert. Foto: FMG

Im LH-Vorstand wird über eine weitgehende Einstellung des Flugbetriebs diskutiert. Foto: FMG

Hintergrund ist die Ansage aus den USA, wonach ab Samstagfrüh 04.59 Uhr MEZ allen Europäern mit Ausnahme von britischen Staatsbürgern die Einreise verwehrt wird. Deshalb haben Lufthansa, Austrian Airlines und die Swiss gut 80 % ihrer Flüge Richtung Vereinigte Staaten gecancelt. Und weil die meisten Langstreckenflüge entfallen, braucht es auch keine Feeder mehr, sprich Zubringerflüge. Zudem ist das Asiengeschäft, insbesondere mit Flügen nach China, weitgehend zum Erliegen gekommen. Und mit der Pandemie in Europa sind auch in der „Alten Welt“ zahlreiche Verbindungen entfallen.

In einer internen Videobotschaft an die Mitarbeiter erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr, dass man mit den Regierungen in den Heimatmärkten über mögliche Staatshilfen rede. Das wäre das erste Mal; bisher lehnte die LH als Verfechter eines freien Wettbewerbs derlei Staatshilfen kategorisch ab.

Trotz des von den US-amerikanischen Behörden verhängten Einreisestopps für Fluggäste aus der Europäischen Union, der Schweiz sowie weiteren Staaten werden die Lufthansa Group Airlines weiterhin einige Flüge aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien in die USA anbieten. Dort dürfen aber alle europäischen Staatsangehörigen mit Ausnahme der Briten nicht einreisen.

Die Lufthansa Group wird Flüge von Frankfurt nach Chicago und Newark (New York), von Zürich nach Chicago und Newark (New York), von Wien nach Chicago und von Brüssel nach Washington auch über den 14. März hinaus im Flugplan beibehalten und damit zumindest einige Luftverkehrsverbindungen in die USA aus Europa heraus aufrechterhalten. Zurzeit arbeiten die Airlines an der Erstellung eines entsprechenden Sonderflugplanes für die USA. Fluggäste können über die angeflogenen US-amerikanischen Drehkreuze weiterhin sämtliche Ziele innerhalb der USA mit einem Anschlussflug der Partnerairline United Airlines erreichen. Allerdings werden alle Europäer mit Ausnahme der Briten mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Immigration zurückgewiesen und müssen sofort den Rückflug antreten, es sei denn, sie begeben sich in eine 14-tägige Quarantäne.

Darüber hinaus werden alle anderen US-Flüge auf Grund der Restriktionen der US-Administration bis auf weiteres eingestellt, auch alle Abflüge ab München, Düsseldorf und Genf. Die Lufthansa Group fliegt bis auf Weiteres unverändert alle Ziele in Kanada an.

Die Auswirkungen auf das Lufthansa Group Flugprogramm aufgrund der kürzlich veränderten Einreisebestimmungen für Indien werden derzeit bewertet.

Lufthansa Fluggästen, die in den kommenden Wochen eine Reise geplant haben, wird empfohlen, sich vor Reiseantritt über den aktuellen Status des jeweiligen Fluges auf lufthansa.com, swiss.com, austrian.com oder brusselsairlines.com zu informieren. Gäste, die ihre Kontaktdaten hinterlegt haben, werden proaktiv informiert, falls ihr Flug gestrichen wird.

Die Lufthansa Group Airlines Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Air Dolomiti erweitern aufgrund der außergewöhnlichen Umstände durch die Ausbreitung des Coronavirus ihre bereits bestehenden, umfassenden Umbuchungsmöglichkeiten im Sinne ihrer Kunden. Kunden, die Tickets für stornierte und auch bestehende Flüge der Lufthansa Group Airlines haben, können dieses Ticket behalten, ohne sich zunächst auf ein neues Flugdatum festlegen zu müssen. Hierbei werden bestehende Buchungen zunächst gestrichen, Ticket und Ticketwert bleiben aber bestehen  und können auf ein neues Abflugdatum bis einschließlich 31. Dezember 2020 umgebucht werden. 

Diese Regelung gilt für Tickets, die bis einschließlich 12. März 2020 gebucht wurden und ein bestätigtes Reisedatum bis einschließlich 30. April 2020 haben. Kunden werden in diesem Zusammenhang gebeten, ihre gewünschte Umbuchung bis zum 1. Juni 2020 mitzuteilen. Hierbei entstehen keine Umbuchungsgebühren. Sollte der ursprüngliche Tarif nicht mehr verfügbar sein, ist die entsprechende Differenz zu zahlen, wenn die Umbuchung getätigt wird. Zusätzlich ist es Kunden möglich, auch auf eine andere Destination umzubuchen. Bereits in der vergangenen Woche hat die Lufthansa Group flexible Umbuchungsmöglichkeiten für ihre Kunden in Bezug auf bestehende und zukünftige Buchungen eingeführt. Mehr Informationen hierzu gibt es unter lh.com. Darüber hinaus können Kunden in Bezug auf Umbuchungen jederzeit die Service-Hotline unter +49 (0) 69 86 799 799 erreichen. Quelle: LH / DMM