Lufthansa verlagert praktische Pilotenausbildung nach Rostock

Mit dem Abschied der Lufthansa von ihrer praktischen Pilotenausbildungsstätte Bremen und der Verlagerung nach Rostock-Laage hat sich das Unternehmen viel Ärger mit der Pilotengewerkschaft Cockpit eingehandelt. Die Lufthansa stellt auf Campus-Ausbildung um. Die soll vergleichbar mit einem Studium nach einheitlichen Qualifizierungs- und Ausbildungsstandards und mit einem einheitlichen, international anerkannten Abschluss erfolgen.

Die pandemiebedingte Krise im weltweiten Luftverkehr hat weiterhin gravierende Folgen für alle Beschäftigtengruppen der Airline-Branche. Auch die Ausbildung von künftigen Cockpitbesatzungen ist von den Auswirkungen stark betroffen, weil der Einstellungsbedarf weggebrochen ist.

Lufthansa wird die krisenbedingte Unterbrechung nutzen, um das bisherige Ausbildungskonzept an den eigenen Flugschulen grundlegend zu modernisieren. An dem seit Jahrzehnten bewährten Prinzip einer ab-initio Ausbildung wird festgehalten. Den Rahmen eines sogenannten Campus-Modells bilden künftig zeitgemäße, digitale Ausbildungsformen sowie neue Auswahlverfahren. Diese ermöglichen eine bedarfsgerechtere Ausbildung für die verschiedenen Airlines der Lufthansa Group und tragen den Nachfrageschwankungen im Luftverkehr Rechnung.

Die Campus-Ausbildung soll vergleichbar mit einem Studium nach einheitlichen Qualifizierungs- und Ausbildungsstandards und mit einem einheitlichen, international anerkannten Abschluss erfolgen. Die Rekrutierung der ausgebildeten FlugschülerInnen wird dann - je nach Nachfragesituation der jeweiligen Flugbetriebe - im Anschluss an die Ausbildung durch die verschiedenen Airlines der Lufthansa Group erfolgen.

Damit erhält die aktuelle Generation von FlugschülerInnen zugleich wieder eine Perspektive auf einen möglichen späteren Einstieg in Cockpits der Lufthansa Group Airlines. Angesichts der zur Zeit nicht vorhandenen Perspektive auf einen Cockpitarbeitsplatz innerhalb der Lufthansa Gruppe hatte die Ausbildungssparte des Konzerns, Lufthansa Aviation Training (LAT), allen FlugschülerInnen 2020 angeboten, ihre Ausbildung kostenneutral zu beenden oder alternativ bei einer anderen Flugschule fortzuführen.

Teil des neuen Ausbildungskonzeptes ist eine kundennähere Standortstruktur für die theoretische und praktische Ausbildung. Der theoretische Teil wird künftig am traditionsreichen Standort Bremen konzentriert. Hier sollen auch die zukunftsgerichteten, digitalen Module für die theoretische Pilotenausbildung entwickelt werden. Der in Deutschland vorgesehene praktische Ausbildungsteil wird künftig in Rostock-Laage zusammengeführt. Am Flughafen „RLG“ betreibt die LAT bereits heute einen modernen und anerkannten Ausbildungsbetrieb am Standort ihres größten externen Kunden. Quelle: Lufthansa / DMM