Lufthansa will unwirtschaftliche Vierstrahler los werden

Wie die meisten großen Luftfahrtunternehmen ist auch die Lufthansa mit ihren unwirtschaftichen Virerstrahlern vom Schlage A380 und B747-400 bzw. B747-8 nicht sonderlich glücklich. Deshalb befindet sich das LH-Management mit den drei Flugzeugherstellern Airbus, Boeing und Embraer in Gesprächen über ihre künftige Flotte. Das sagte Konzernchef Carsten Spohr in einem Gespräch mit der German Society der London School of Economics and Political Science.

Lufthansa setzt nicht mehr auf ihre unwirtschaftlichen Vierstrahler A380 und B747. Sie sollen vermutlich durch Dreamliner (Foto) und A321XLR ersetzt werden. Foto: Boeing

Lufthansa setzt nicht mehr auf ihre unwirtschaftlichen Vierstrahler A380 und B747. Sie sollen vermutlich durch Dreamliner (Foto) und A321XLR ersetzt werden. Foto: Boeing

Da die Hersteller kein Interesse an Stornierungen hätten, treffe man auf eine „große Offenheit“, heißt es seitens der Lufthansa. Speziell äußerte sich Spohr zur Langstreckenflotte und zum Ersatz für Modelle wie Airbus A380 und Boeing 747. Dien Lufthansa will nicht nur viele ihrer vierstrahligen Flugzeuge ausflotten, weil sie kaum noch wirtschaftlich zu betreiben sind. Dazu zählt auch der Doppelstöcker. Von ihren 14 Maschinen sollen zunächst sechs zurück an Airbus gehen. Was mit den anderen acht passiert, ist noch unklar. Ebenso unklar ist auch das Schicksal der noch vergleichsweise jungen B747-8.

Die Abkehr von den Widebodies führt zu einem gewissen Bedarf an kleineren Langstreckenflugzeugen, wird der LH-Chef zitiert. Man verhandle sowohl mit Airbus aus als auch mit Boeing über kleinere und effizientere Jets. Auf die Frage, ob es um Umwandlungen von Bestellungen gehe oder gar um neue Orders, sagte Spohr, das hänge ganz von den Bedingungen ab.

Bei Airbus hat Lufthansa noch Bestellungen für 26 weitere A350-900 offen. Vom kleineren A330 Neo hat der Konzern noch keine bestellt. Denkt man noch eine Nummer kleiner, könnte Lufthansa sogar einige A350-Orders in Bestellungen für A321 XLR umwandeln. Das könnte sich gerade für Routen zwischen Westeuropa und Nordamerika anbieten, für die Spohr sich in der Business und First Class langfristig pessimistisch zeigte. Die First Class ist für die Lufthansa schon seit Jahren ein Minusgeschäft. Und in der Business Class fehlen seit gut einem Jahr die zahlungskräftigen Business Traveller.

Von Boeing erwartet Lufthansa 20 Boeing 787-9 und 20 Boeing 777-9. Die stark verspätete 777X soll mittlerweile frühestens 2023 ankommen (DMM berichtete). Schon 2019 hatte die Fluggesellschaft 14 weitere 777-9-Bestellungen zu Optionen herabgestuft. Ein Wechsel von einigen 777-9 auf den kleineren 787 Dreamliner wäre durchaus denkbar. Quelle:  London School of Economics and Political Science / DMM