Massenentlassung und Flotten-Halbierung

Als „Ultra-Lowcost-Airline“ will sich die isländische Wow-Air positionieren, nachdem die Fusion mit Iceland Air gescheitert ist. Gleichzeitig müssen beim angekündigten radikalen Sparkurs 111 Vollzeitstellen gestrichen werden. Und halbiert wird die Flotte.

Skuli Morgensen muss "seine" Wow Air stark verkleinern, um zu überleben. Foto Wow Air

Skuli Morgensen muss "seine" Wow Air stark verkleinern, um zu überleben. Foto Wow Air

Insgesamt sollen vom personellen Aderlass 350 Personen betroffen sein, weil auch temporäre Anstellungen und etliche Partnerverträge nicht verlängert werden. Am Ende sollen rund 1.000 Beschäftigte verbleiben können. Erst vor wenigen Tagen verloren 237 Angestellte des Bodenabfertigungsdienstes Airport Associates am Flughafen Reykjavik-Keflavik ihre Arbeit.

Wow Air sei aktuell noch in Gesprächen mit der amerikanischen Private-Equity-Gesellschaft Indigo Partners hinsichtlich eines möglichen Investments. Ungeachtet des Ausgangs dieser Gespräche wird aber schon mal die Flotte von aktuell 20 auf 11 Flugzeuge reduziert: 4 Airbus A321 und der einzige noch verbleibende A330 werden an die Leasinggesellschaften ersatzlos zurückgegeben. Der A330 war auf Langstrecken ab Reykjavik nach San Francisco oder Los Angeles eingesetzt worden und sollte auch auf der angekündigten neuen Route nach Indien eingesetzt werden. CEO Skuli Mogensen will im Januar 2019 einen kräftig zusammengestutzten Flugplan vorstellen.

Aktuell werden Passagiere kontaktiert, die bereits Flüge reserviert haben, die es nicht mehr gibt. Der Stellenabbau und die Halbierung der Flotte sollen die Liquidität des schwer angeschlagenen Unternehmens kurzfristig um bis zu 10 Mio. USD verbessern. Noch ist unklar, was mit den bereits gebuchten Tickets passiert bzw. wie die Airline verfallene Tickets entschädigen wird. Quelle: Iceland Monitor / DMM