Massenentlassungen am Münchner Flughafen?

Die Nachricht, dass im Aufsichtsrat der Flughafen München GmbH (FMG) über Massenentlassungen (bis zu 20 % der Stellen sollen gefährdet sein) in Folge der Corona-Wirtschaftskrise gesprochen wurde, ist in Belegschaft und Region eingeschlagen wie eine Bombe. Der Betriebsrat wusste davon nichts. Das meldet der Münchner Merkur.

Die Meldung des Münchner Merkus, dass es am Flughafen München zu Massenentlassungen kommen soll, schreckte auf. Foto: FMG

Die Meldung des Münchner Merkus, dass es am Flughafen München zu Massenentlassungen kommen soll, schreckte auf. Foto: FMG

Die FMG reagierte auf die Berichterstattung des Merkur mit einer Erklärung, de auf der Website des Flughafens nachzulesen ist. Darin heißt es: „Der internationale Luftverkehr ist durch die Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie in die schwerste Krise seiner Geschichte geraten. Wie alle Flughäfen ist auch der vielfach ausgezeichnete Münchner Airport hierdurch unverschuldet in einer herausfordernden Situation. Der Flugbetrieb ist in den vergangenen Monaten pandemiebedingt phasenweise fast komplett zum Erliegen gekommen. Für das laufende Jahr wird am Münchner Flughafen mit einem Passagieraufkommen gerechnet, das bei weniger als der Hälfte des Vorjahreswertes liegt. Im Jahr 2019 hatte der Münchner Flughafen noch ein Rekordaufkommen von knapp 48 Mio. Fluggästen verbucht.

Auch in den kommenden Jahren wird das Verkehrsaufkommen nach Einschätzung der gesamten Luftfahrtbranche unter dem Vorkrisenniveau liegen. Für die FMG verbinden sich mit den drastischen Verkehrseinbrüchen massive Ertragsverluste in allen Geschäftsfeldern. Das Unternehmen hat bereits zu Beginn der Krise eine Vielzahl kurzfristiger Gegenmaßnahmen eingeleitet und seine Liquidität und Handlungsfähigkeit unter anderem durch ein striktes Ausgabenmanagement, das Verschieben von Investitionen und die Einführung von Kurzarbeit erfolgreich gestärkt.

Mit Blick auf die kommenden Jahre müssen jetzt die vorhandenen Kapazitäten überprüft und der zu erwartenden Verkehrsentwicklung angepasst werden. Ziele sind dabei primär wirtschaftliche Stabilität sowie die Investitions-, Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens, damit sich der Flughafen München auch künftig im Wettbewerb mit anderen Drehkreuzen gut positionieren kann. Exakte Prognosen zur weiteren Entwicklung sind angesichts der fragilen Situation des Luftverkehrs allerdings momentan noch sehr schwierig. Vor diesem Hintergrund kann über mögliche Kapazitätsanpassungen am Airport auch erst in den nächsten Monaten im Detail entschieden werden. Alle Maßnahmen werden in enger Abstimmung mit den FMG-Gremien und den Arbeitnehmervertretern sorgfältig geplant und sozialverträglich gestaltet werden.“

Der Betriebsrat des Flughafens wurde von der Merkur-Meldung kalt erwischt. Der stv. Vorsitzende Orhan Kurtulan sagte dem Merkur, Betriebsrat und Geschäftsführung seien am gleichen Tag wie der Aufsichtsrat zusammengesessen. Da sei von Kündigungen keine Rede gewesen. Kurtulan wundert sich, dass die Aufseher schon jetzt abschätzen könnten, ob es Kündigungen aufgrund des Zusammenbruchs des Luftverkehrs überhaupt bedürfe. Die Kurzarbeiterregelung am MUC geht noch bis März 2021. Die Hoffnung des Betriebsrats: Bis Anfangs 2021 könnte sich die Luftfahrt schon wieder einigermaßen erholt haben. Darauf setzen auch die 10.000 Beschäftigten der Flughafen München GmbH. Der Merkur: „Die FMG ist ein öffentliches Unternehmen. Staat, Bund und Landeshauptstadt dürften es sich in der Tat sehr genau überlegen, ob ausgerechnet sie als öffentliche Hand FMG-Chef Jost Lammers und Personalchef Robert Scharpf Kündigungen im bis zu vierstelligen Bereich unterschreiben lassen. Quelle: Münchner Merkur / FMG / DMM