Mitarbeitende wählen frei zwischen einem Dienstwagen und einem Mobilitätsbudget? „Das hat sich etabliert“, bringt es Steffen Krautwasser auf den Punkt. Ziel des Softwarekonzerns war ein „alternatives Angebot zum Firmenwagen“, das Mitarbeitenden mehr Freiheit gibt – vom ÖPNV über Carsharing bis zum Fahrrad. „Wir wollten Alternativen bieten, damit Mobilität nicht immer nur Auto bedeutet“, sagt der Head of Global Car Fleet bei SAP.
2.000 Nutzende, bis zu 50 neue pro Monat
Und dieses Ziel hat das Unternehmen erreicht. Heute nutzen rund 2.000 Mitarbeitende das Budget, Tendenz steigend. „Wir haben monatlich 30 bis 50 neue Teilnehmende“, so Krautwasser. Besonders beliebt sei das Angebot bei zwei Gruppen: den jüngeren „Early Talents“ und der „Generation 50+“, die bereits Erfahrungen mit Dienstwagen gemacht hätten und sich nun bewusster fortbewegten. Auch Familien profitierten – etwa indem sie mit dem Budget die Deutschlandtickets ihrer Kinder bezahlten.
Operativ ist das System schlank aufgesetzt: „Eine Person betreut das Thema, und das nicht einmal Vollzeit.“ Abwicklung und Erstattung laufen über SAP Concur, Belege werden digital eingereicht, Schnittstellen verbinden HR- und Finanzsysteme. Zwei Drittel der Budgets fließen nach Worten des globalen Fuhrparkleiters in nachhaltige Mobilität wie Bahn, Bus oder Fahrrad, der Rest in Carsharing oder Taxi.
90 Prozent Zufriedenheit, 75 Prozent Auslastung
Die Zufriedenheit liegt laut Krautwasser bei „weit über 90 Prozent“. Besonders geschätzt werden Flexibilität, Nachhaltigkeit und einfache Prozesse. Kritik gäbe es an der Höhe des Budgets und daran, dass es am Jahresende verfällt – aus Bilanzgründen. Die Auslastung liege bei 70 bis 75 Prozent, „ein sehr guter Wert“, kommentiert Krautwasser.
Mit dem Mobilitätsbudget will SAP den wachsenden Fuhrpark – aktuell etwa 19.000 Fahrzeuge – langfristig entlasten. Zugleich schreite die Elektrifizierung voran. „Seit dem 1.1.2026 lassen wir nur noch BEVs zu, 2030 gehen die letzten Verbrenner raus“, betont der Fuhrparkchef. Zudem umfasse das Budget auch Optionen für Fahrräder. Dazu gehörten die Kostenübernahme von Fahrradreparaturen, Inspektion und Ersatzteilen, Fahrradmitnahme im ÖPNV, Fahrrad-Sharing, Fahrrad-Abo sowie -Leihe. Fahrradleasing läuft laut SAP außerhalb des Budgets, da unterschiedliche Steuerregelungen wie geldwerte Vorteile gelten würden.
Insgesamt sieht Krautwasser in dem Budget mehr als ein HR-Angebot: „Das Mobilitätsbudget ist eine glaubhafte Alternative und ein wichtiges Recruiting-Argument – es zeigt, dass wir Mitarbeitende nicht nur bezahlen, sondern auch mobil halten.“
