Mein Versuch über Amsterdam in die USA

Der Flughafen Amsterdam Schiphol ist drittgrößter Airport Europas, Nr. 11 weltweit und ein gefürchteter Konkurrent des Düsseldorfer Airports. Aber so richtig perfekt scheint er auch nicht zu sein, wie DMM auf einem Geschäftsreiseflug von Amsterdam in die USA erlebte.

Auch wenn man von München über Amsterdam in die USA fliegen möchte, kann man was erleben. Foto: G. Zielonka

Auch wenn man von München über Amsterdam in die USA fliegen möchte, kann man was erleben. Foto: G. Zielonka

In unserem Fall hatten wir ein Business Class Ticket von München über Amsterdam nach den Vereinigten Staaten. Dummerweise muss man nach der Landung aus Deutschland in Schiphol einen unglaublich langen Transferweg in Kauf nehmen, so etwas wie eine Ganztageswanderung. Die endet in Halle 5 (T5), in unserem Fall Gate 13 nach einem gut 20-minütigen strammen Fußmarsch. Dumm nur, wenn der vorherige Flug Verspätung hatte.

Und weil’s in die USA geht, erwarten einen gefühlte 1.000 Meter vor dem nur schwer zu findenden Gate 13 (schmale enge Gänge um mehrere Ecker herum) eine automatische Sicherheitskontrolle und eine manuelle. So etwas wie ein Fast Lane für Premium-Fluggäste gibt es gar nicht erst. Die hätten wir gebraucht, zumal wir zeitlich etwas knapp dran waren. Denn vor der automatisierten Kontrolle, die zwar an die zehn Spuren hat, war nur eine, vielleicht waren es auch zwei, funktionsmäßig freigeschaltet. Davor gefühlte 1.000 Leute.

Also befolgte ich den Rat einer Flughafenmitarbeiterin, besser nach rechts Richtung manuellen Passkontrolle zu gehen. Angeblich geht’s dort flotter voran. Aber von wegen. Dort das gleiche schaurige Bild mit vermutlich noch mehr als 1.000 Schlange stehenden Passagieren. Am Ende eines x-fachen Zickzacklaufs zwischen den bekannten Bändern dann nur eine einzige geöffnete Kontrollstelle mit zwei Beamten. Die waren zwar sehr freundlich, nahmen ihre Aufgabe aber ziemlich ernst, sprich, es verging entsprechend viel Zeit, bis jeder einzelne Pass genau inspiziert worden war. Und wenn man schon kaum noch Zeit bis zum Boarding hat, sind vor einem immer wieder „Nasen“, mit deren Pass irgendetwas nicht stimmt. Und so verrinnen denn die Minuten, bis man Schweiß gebadet endlich an der Reihe ist und nur noch hofft, dass es nicht noch einen weiteren Kilometer bis zum Gate ist.

Endlich nach einer gefühlten ganzen Stunde endlich durch. Doch war auch das noch nicht das Ende der Fahnenstange. Denn es folgt wenige Meter dahinter die nächste Schleuse, wo man eine weitere obligatorische mündliche Fragerunde über sich ergehen lassen darf: ob man sein Handgepäck immer schön am Mann hatte und nicht aus den Augen gelassen hat, ob man es nicht jemand anderem für einen kurzen Moment (z.B. Gang zum WC) zum Aufpassen überlassen hat, ob man irgendwelche verbotene Gegenstände im Gepäck mitführt usw. usw.

Dann endlich an Gate 13 angekommen der Boardingprozess. Sollte flugs vorangehen. Denn ich habe ja ein BC-Ticket. Aber denkste: Anders als bei der Lufthansa wird nicht gefragt, ob man Business Class-Passagier, Senator oder was weiß ich ist, um unter den ersten zu sein, die in die Kabine dürfen. Also nix mit Priority. Auch als Vielflieger und Premiumpassagier heißt es, sich in der Schlange anstellen. Fluggastbrücke? Nö, das wäre dann doch zuviel des Guten gewesen. Bus fahren, lautete die Devise. Wieder ein paar Kilometer, bis wir endlich an unserem Großraumflieger angelangt sind. Erlebt man auch nicht allzuoft.

Wenigstens war der über zehnstündige Flug höchst angenehm. Am Zielort angekommen, ging der Spaß aber noch weiter. Nach wiederum „mehreren Kilometern“ Fußmarsch bis zur Einreisekontrolle auch dort wieder Schlange stehen. In der Empfangshalle, klingt gut, oder?, wenigstens jede Menge Kontrollautomaten für die automatisierte Einreise. Aber diesmal erwische ich vermutlich den einzigen Computer, der Zicken macht. Weder will er meinen Pass lesen noch meine Fingerabdrücke. Und nach drei Versuchen stellen die Dinger ja die Arbeit einfach ein. Eine nette Lady kommt mir zuhilfe. Hurra, ich bin wieder da. Am Donnerstag muss ich dummerweise wieder wieder nach Deutschland zurück, zur ITB, einer Messe, die auch nicht unbedingt Laune macht. Vielleicht sehen wir uns da. Gernot Zielonka