Hammer der Woche: Etihad Airways

Wenn in den USA Passagiere auch nur 1 Minute länger als vier Stunden im Flugzeug einer internationalen Verbindung ausharren müssen, bevor es startet, wird die betreffende Airline zu Hunderttausenden von Dollar Strafe verurteilt. So sieht es das Gesetz vor. Demnach müsste Etihad Airlines vielen Millionen Dollar Strafe bezahlen für das, was die in Abu Dhabi ansässige Fluglinie ihren Passagieren am Wochenende angetan hat.

Absolutes Chaos mit bitterbösen Folgen für zig Tausende Passaiere gab es am 02/03. Januar am Flughafen von Abu Dhabi. Passagiere mussten ohne Service bis zu 13 Stunden in wartenden Langstreckenjets auf dem Vorfeld ausharen. Foto: Flughafen Abu Dhabi

Es gab nicht nur den bedauerlichen Fall von Flug EY 23 Abu Dhabi – Düsseldorf, der sage und schreibe 30 Stunden dauerte statt üblicher sechseinhalb Stunden. Nach und nach kommt heraus, dass es am Wochenende (02. und 03. Januar 2015) weitere Flüge mit unzumutbaren Wartezeiten gegeben hat. Was die Sache nicht besser macht, soll der Umstand gewesen, sein, dass Etihad und der Flughafen ihre Informationspflichten grob bzw. ganz vernachlässigt haben sollen. Und auch in Sachen Essen und Erfrischungsgetränke klaffen die Darstellungen weit auseinander.  Gegenüber CNN und US-TV-Stationen sowie per Twitter haben betroffenene Passagiere u.a. der Behauptung Etihads widersprochen, sie hätten während der unendlich langen Warterei in der Flugzeugkabine Erfrischungen oder gar zu essen bekommen.

Neben dem Etihad-Katastrophenflug nach Düsseldorf, der mit einer unsäglichen 13-stündigen Warterei in einem Airbus A330 begonnen hate, sich dann fortsetzte mit einem Todesfall an Bord und einer weiteren Wartezeit von 10 Stunden in Wien, erwischte es auch Flug EY 183 von Abu Dhabi nach San Francisco. Dessen Passagiere mussten 12 Stunden in der Tripleseven warten, bis der Großraumjet endlich zum 16-Stunden-Nonstop-Flug abheben durfte.

Wie im Fall Düsseldorf durften auch die Fluggäste nach San Francisco nicht mehr aus der Maschine heraus. Der Widebody Richtung Westküste der Vereinigten Staaten sollte in Abu Dhabi um 02:30 Uhr Ortszeit starten, auf die Startpiste durfte er dann um 14.30 Uhr Ortszeit. Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Passagiere absolut entnervt, heißt es auf cnn.com. Alle 15 Minuten sei ihnen von der Crew gesagt worden, dass sie in 15 Minuten starten würden, und dieses Prozedere soll zwölf Stunden lang so gegangen sein, twitterten stinksaure Passagiere. Zu essen soll es übrigens nichts gegeben haben, twitterten andere Personen. Und etliche ließen ebenfalls per Twitter wissen, sie seien sich vorgekommen wie in einer 'Seinfeld' Episode (amerikanische TV Sitcom).

Entgegen der Darstellung der Passagiere behauptete Etihad in einem Statement, die Gäste an Bord seien mit Erfrischungen während der Wartezeit versorgt worden und sie wären auch über den Fortgang der Verspätung informiert worden. Im Übrigen, so Etihad weiter, sei die Situation durch Gründe (der dichte Nebel) hervorgerufen worden, für die Etihad nichts könne.

Laut Beobachtern war es am Airport der Hauptstadt in der Nacht zum Samstag, 03. Januar 2015, zu katastrophaler Enge gekommen und auch die geboardeten Flugzeuge konnten nicht an die Fluggastbrücken zurück, weil es schlicht und einfach keinen Platz mehr für die sich im Weg stehenden Jets gab.

In den Vereinigten Staaten verbieten es die „federal regulations“, dass Flugzeuge mit 30 und mehr Passagieren an Bord im Fall von inneramerikanischen Flügen länger als drei Stunden auf dem Vorfeld herumstehen. Bei internationalen Verbindungen dürfen es nicht mehr als vier Stunden sein. Danach muss ein Flugzeug zurück zum Terminal kehren, damit die Passagiere wieder von Bord gehen können. Fluggesellschaften, die dagegen verstoßen, werden mit empfindlichen Geldbußen bestraft. Quelle: CNN / DMM