Mobilfunkmesse MWC fällt dem Corona-Virus zum Opfer

Am Mittwochnachmittag, 12. Februar 2020, sah es noch so aus, also ob der diesjährige Mobile World Congress in Barcelona abgesagt werden muss. Die Entscheidung sollte aber erst am Freitag, 14. Februar, zehn Tage vor Beginn der diesjährigen MWC fallen. Am Mittwoch Abend dann der Paukenschkag: Die Messe fällt definitiv aus, so die Mobilfunk-Vereinigung GSMA. Viele große und bedeutende Hersteller von Mobilfunkgeräten hatten ihr Erscheinen als Folge der Corona-Epidemie abgesagt.

Viele Aussteller haben kalte Füße bekommen und ihr Erscheinen am MWC Barcelona (24.-28. Februar 2020) aus Furcht vor dem Corona-Virus abgesagt. Die bedeutende Mobilfunk-Messe steht auf der Kippe. Foto MWC

Viele Aussteller haben kalte Füße bekommen und ihr Erscheinen am MWC Barcelona (24.-28. Februar 2020) aus Furcht vor dem Corona-Virus abgesagt. Die bedeutende Mobilfunk-Messe steht auf der Kippe. Foto MWC

Der MWC Barcelona ist eine seit 1987 jährlich stattfindende Messe rund um den Mobilfunk. Mit über 100.000 Besuchern und über 2.000 Ausstellern ist die Mobilfunkmesse die größte ihrer Art in Europa. Veranstalter ist die GSM Association. An sich erwartet die GSMA vom 24. bis 28. Februar 2020 etwa 2.800 Aussteller und über 100.000 Besucher, die sich über die Neuerscheinungen im Smartphone- und Tabletmarkt informieren wollen.

Doch haben viele große Aussteller abgesagt, darunter die Deutsche Telekom, Facebook, Amazon, Intel, Vivo, ZTE, Cisco, Sony, HMD, Orange, Vodafone, McAfee, BT, Netzausrüster Nokia, der Telekom-Ausrüster Ericsson, der südkoreanische Elektronikkonzern LG, der Chiphersteller Nvidia, der Chipriese Intel, der US-Telekommunikationskonzern AT&T und der chinesische Smartphone-Anbieter Vivo sowie der Smartphone-Hersteller HMD Global. Viele weitere Unternehmen wollten ebenfalls nicht nach Barcelona kommen. ZTE oder TCL wollten auf eine Pressekonferenz verzichten und nur einen Stand anbieten. Das brauchen sie nun nicht mehr. Die Veranstalter sagten die MWC am Mittwochabend ab. In einer Stellungnahme von Messechef John Hoffman hieß es, die weltweite Sorge bezüglich der Ausbruch der Coronavirus-Krankheit, Bedenken bei Reisen und andere Umstände machten es „unmöglich für die GSMA, an dem Ereignis festzuhalten“. 

Für Barcelona ist der MWC so etwas wie die IAA in Frankfurt (die bekanntermaßen 2021 nicht mehr in Frankfurt stattfinden wird), ein ungemein wichtiger Wirtschaftsfaktor – Hotellerie, Restaurants und viele weitere Dienstleitungsunternehmen nehmen in diesen wenigen Tagen mehr als ½ Mrd. Euro ein. Und für Mobilfunkfans ist der MWC ein wahres Mekka. An vielen Ständen zeigten in den Jahren zuvor Smartphone-Hersteller, Zulieferer, Mobilfunk-Anbieter und Netzwerk-Unternehmen ihre Produkte und Weltneuheiten. Bleiben die Besucher aus, sofern der MWC abgeblasen wird, käme dies einem Fiasko gleich. Und genau das passiert jetzt.

Nach Angaben der US-amerikanische Computerzeitschrift „Wired“ (https://www.wired.co.uk/article/mobile-world-congress-cancelled) drängten die Verantwortlichen schon seit einigen Tagen auf eine Absage der Messe. Das Problem dabei: Die Versicherung übernimmt die Kosten eines Messe-Ausfalls wohl nur im Falle eines Verbots durch die Behörden. Weil die Stadt Barcelona die Messe aber abhalten wollte, immerhin stehen auch etwa 14.000 Zeitjobs auf dem Spiel, wollte der Veranstalter GSMA nun bei der spanischen Regierung für die Erklärung eines Gesundheits-Notstandes kämpfen. Quelle. Wired / DMM