Moody's stuft VW und Daimler herab

Die US-Ratingagentur Moody's droht Dutzenden deutschen Unternehmen mit der Herabstufung ihrer Bonitätsnote. Das niedrigere Rating würde es den Konzernen deutlich erschweren, am Anleihenmarkt neue Schulden zu machen und sich so frisches Kapital zu sichern.

Betroffen sind u.a. die Autokonzerne VW und Daimler. "Moody's (http://moodys.com) und alle anderen Rating-Agenturen reagieren momentan nur verspätet auf die Auswirkungen der Coronavirus-Krise. Die Herabstufungen hätten eigentlich vorbeugend am Anfang der Pandemie einsetzen sollen. In der Praxis werden sie auch wenig Einfluss auf die Refinanzierung der Unternehmen haben, besonders weil die Europäische Zentralbank hier unterstützend eingreift", erläutert Börsenexperte Heino Ruland im Gespräch mit pressetext.

Zwischen März und Ende April 2020 hat Moody's von den über 100 deutschen Unternehmen, die ein Rating der Agentur erhalten, 17 % herabgestuft. Bei weiteren 50 % steht nach einer Prüfung ein solcher Schritt kurz bevor. Verlieren Firmen das sogenannte Investment-Grade-Rating, also das Prädikat als solider Schuldner, können sie sogar den Zugang zum Anleihemarkt komplett verlieren.

Vor allem die auf den Export ausgerichtete deutsche Industrie, etwa die Autohersteller, leiden unter dem Einbruch der Weltwirtschaft durch das Coronavirus. Laut Moody's waren viele Unternehmen schon vor der Krise wirtschaftlich angeschlagen. Das hatte negative Auswirkungen auf die Kreditqualität, also das Verhältnis von Gewinnen zu Schulden.
Die Europäische Zentralbank hilft Konzernen in dieser Situation allerdings. Sie akzeptiert die Anleihen von Firmen als Sicherheiten, die vor dem Ausbruch der Pandemie noch ein Investment-Grade-Rating hatten. Dadurch sollen die Unternehmen auch weiterhin Abnehmer für neue Anleihen am Kapitalmarkt finden. Quelle: pressetext / DMM