München: Expo Real abgesagt

Die deutschlandweit anrollende zweite Coronawelle sorgt auch im Messegeschäft für neuerliche Absagen. So muss der für den 14. bis 15. Oktober 2020 geplante EXPO REAL Hybrid Summit aufgrund der sich in München aktuell verschärfenden Covid-19-Situation kurzfristig abgesagt werden. Zahlreiche Teilnehmer hatten zuvor ihren Verzicht auf eine Beteiligung erklärt. Zur Begründung verwiesen sie darauf, dass München aktuell zum Risikogebiet erklärt worden ist und sich die Lage in Deutschland und in anderen Ländern Europas in den letzten Tagen und Stunden dramatisch verschärft hat.

Die Messe München hat kurzfristig die Expo Real absagen müssen. Auch weitere Messen wie die ISPO oder BAU stehen zur Disposition, sollte sich die Coronasituation nicht bald bessern. Foto: Messe München

Die Messe München hat kurzfristig die Expo Real absagen müssen. Auch weitere Messen wie die ISPO oder BAU stehen zur Disposition, sollte sich die Coronasituation nicht bald bessern. Foto: Messe München

Weniger als 48 Stunden vor dem Start der EXPO REAL, die mit bis zu 3.700 Präsenzteilnehmern vor Ort und einem Online-Angebot wieder zur Präsentationsplattform neuer Entwicklungen und zum Begegnungsort der Immobilienbranche werden sollte, kam die Nachricht vom Aus der Messe. Die Absage betrifft sowohl den physischen wie auch den digitalen Teil der größte Fachmesse für Immobilien und Investitionen in Europa. Da beim Hybrid Summit beide Formate miteinander verwoben sind und sich gegenseitig bedingen, hätte auch eine rein digitale Veranstaltung unter diesen Umständen keinen Sinn gemacht.

In Abstimmung mit dem Fachbeirat hatte sich die Messe München im Juni entschieden, die EXPO REAL unter dem Titel “EXPO REAL Hybrid Summit – hybride Konferenz für Immobilien und Investitionen“ als einen physischen wie auch virtuellen Treffpunkt für die Immobilienbranche zu veranstalten. Mit der Ausarbeitung eines umfassenden Schutz- und Hygienekonzepts hatte die Messe München alles dafür getan, dass diese hybride Konferenz mit begleitender Ausstellung mit behördlicher Zustimmung stattfinden kann. Die aktuelle Entwicklung sowohl in München wie auch deutschlandweit macht jedoch knapp zwei Tage vor dem geplanten Start des EXPO REAL Hybrid Summit dessen Absage zwingend erforderlich.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat München und weitere Städte und Landkreise in Deutschland als Risikogebiete eingestuft. Auch im europäischen Ausland hat sich das Infektionsgeschehen dramatisch verschärft. Zahlreiche Referenten und Teilnehmer erklärten daraufhin, auf eine Reise nach München zu verzichten. Auch ist davon auszugehen, dass sich kurzfristig weitere Teilnehmer und Referenten gegen den Summit entscheiden würden.

Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München, bedauert die kurzfristige Absage, sieht aber keine andere Wahl: „Die Entscheidung ist natürlich hart, aber wir schützen damit unsere Kunden. Nach der heutigen Entwicklung wäre der EXPO REAL Hybrid Summit kein Treffpunkt für die Immobilienbranche geworden und würde damit den eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden. Zudem hätte eine Durchführung unter diesen geltenden Rahmenbedingungen die Erwartungen der Kunden enttäuscht.“

Die Messe München wird den Beteiligten die Entgelte, die sie für die Ausstellungsbeteiligung und Tickets gezahlt haben, zeitnah zurückzahlen. Weitere Informationen zum EXPO REAL Hybrid Summit: www.exporeal.net.

Ob die nächsten beiden geplanten Messen in München stattfinden werden bleibt abzuwarten. Die BAU, Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme, soll vom 13. bis 15. Januar 2021 als hybride Sonderedition über die Bühne gehen. Die ISPO Munich ist für Ende Januar 2021 ebenfalls als neu konzipierte Hybrid-Veranstaltung geplant und ermöglicht somit auch Zugang für Teilnehmer, die aufgrund der Reiserestriktionen nicht physisch vor Ort dabei sein wollen oder können. Quelle: Messe München / DMM