Münchner Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ex-Audi-Vorstände

Die Staatsanwaltschaft München II hat im Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre betreffend AUDI-Motoren am 05.08.2020 gegen drei frühere Mitglieder des Vorstands der AUDI AG und einen im Ruhestand befindlichen Hauptabteilungsleiter Anklage zur Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München II erhoben.

Die Staatsanwaltschaft München II hat im Strafverfahren im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre betreffend AUDI-Motoren am 30.07.2019 gegen den früheren Vorsitzenden des Vorstands der AUDI AG, Prof. Rupert Stadler, sowie drei weitere Angeschuldigte Anklage zur Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München II erhoben.

Den vier Angeschuldigten wird Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung vorgeworfen. Drei Angeschuldigten liegt zur Last, Motoren für Fahrzeuge der Marken AUDI, VW und Porsche entwickelt zu haben, deren Steuerung mit einer unzulässigen Softwarefunktion ausgestattet war. Diese Softwarefunktion bewirkt, dass die Abgasminderung auf dem Rollenprüfstand anders (und besser) funktioniert als im realen Fahrbetrieb (sog. Abschalteinrichtung). Fahrzeuge mit den betroffenen Motoren sind in der Folge in großer Zahl abgesetzt und in den Verkehr gebracht worden.

Dem Ex-Audi-Chef Stadler, der nach seiner Verhaftung und Verbringung ins Untersuchungsgefängnis vom Hersteller gekündigt worden war (DMM berichtete) wird vorgeworfen, spätestens ab Ende September 2015 von den Manipulationen Kenntnis gehabt und gleichwohl weiter den Absatz von betroffenen Fahrzeugen der Marken AUDI und VW veranlasst bzw. den Absatz nicht verhindert zu haben.

Von der Anklage umfasst sind insgesamt 250.712 Fahrzeuge der Marke AUDI, 71.577 Fahrzeuge der Marke VW und 112.131 Fahrzeuge der Marke Porsche. Die Fahrzeuge sind insbesondere auf dem US-amerikanischen und europäischen Markt veräußert worden.

In einer aktuellen Pressemeldung der Staatsanwaltschaft München II heißt es, den weiteren  vier Angeschuldigten wird Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung vorgeworfen. Dem früheren Hauptabteilungsleiter liegt zur Last, für Fahrzeuge der Marken AUDI, VW und Porsche die Entwicklung von Motoren veranlasst zu haben, deren Steuerung mit einer unzulässigen Softwarefunktion ausgestattet war.

Den angeschuldigten ehemaligen Vorständen wird ab jeweils unterschiedlichen Zeitpunkten zwischen Oktober 2013 und September 2015 vorgeworfen, in Kenntnis der Manipulationen den weiteren Absatz von betroffenen Fahrzeugen der Marken AUDI und VW veranlasst bzw. nicht verhindert zu haben. Einem der früheren Vorstände wird darüber hinaus vorgeworfen, die AUDI AG im Vorfeld seiner Berufung vom oberen Management in den Vorstand im Jahr 2016 über seine Beteiligung an den Manipulationen getäuscht und so in betrügerischer Weise Vorstandsvergütungen erhalten zu haben.

Von der Anklage umfasst sind insgesamt 434.420 Fahrzeuge der Marken AUDI, VW und Porsche, welche insbesondere auf dem US-amerikanischen und europäischen Markt veräußert wurden. Quelle: Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft München II / DMM