Nach etlichen großen Airlines drohte auch Booking.com wegen Greenwashings verklagt zu werden

Letzte Woche gab Booking.com bekannt, dass es seit 25. März 2024 seinen Nachhaltigkeitsansatz auf seiner Website ändern wird. Booking ist mit mehr als 28 Mio. Unterkunftseinträgen weltweit einer der führenden Reisemarktplätze. Die niederländische Verbraucherschutzbehörde (ACM) hatte das Programm als irreführend eingestuft. Nach Gesprächen mit ACM habe die Booking-Spitze beschlossen, ihr weltweites Travel-Sustainable-Programm (Nachhaltigkeits-Programm) umgehend offline zu nehmen, wie De Telegraaf meldet.

Booking.com hat wegen des Greenwashing-Vorwurfs sein weltweites Travel-Sustainable-Programm (Nachhaltigkeits-Programm) umgehend offline genommen. Foto: Booking.com

In den letzten Wochen und Monaten wurden etliche namhafte Airlines, darunter auch die Lufthansa und deren Tochter AUA des Greenwashings überführt. Nun hat es auch das Porat Booking.com erwischt. Es hatte mehr als ½ Mio. Unterkünfte in Form des Travel-Sustainable-Abzeichens von Booking.com als besonders nachhaltig ausgezeichnet, was so offensichtlich nicht stimmte. Booking hat sich, um einer gerichtlichen Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen, jetzt verpflichtet, den Travel-Sustainable-Claim und die damit verbundenen Bewertungen nicht mehr zu verwenden. Außerdem werden bei der Anzeige von Unterkünften keine Symbole, wie die grünen Blätter, mehr verwendet. 

Booking.coms Ermutigung von Unternehmen auf ihrer Plattform, ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu deklarieren, war willkommen, da Verbraucher dadurch eine Entschädigung für durch Greenwashing verursachte Fehlverkäufe fordern können.. Doch mit den Nachhaltigkeitssiegeln ist es meist nicht weit her. Und so werden sich Reiseanbieter und Hotelorganisationen schon bald mit dem Thema verbotenes Greenwashing auseinandersetzen müssen.

Denn, wie DMM mehrfach berichtete, will die EU  Verbraucher besser vor falschen Werbeversprechen schützen. Das Europäische Parlament hat eine Richtlinie verabschiedet mit der sogenanntes Greenwashing künftig erschwert werden soll. Das bedeutet, Werbung, die Produkte irreführend als umweltfreundlich anpreist, wird verboten. Die neuen Vorschriften sollen vor allem die Kennzeichnung von Produkten klarer und vertrauenswürdiger machen, indem sie allgemeine Umweltaussagen wie "umweltfreundlich", "natürlich", "biologisch abbaubar", "klimaneutral" oder "öko" verbieten, sofern diese nicht nachgewiesen werden.

"Das Gesetz macht Schluss mit irreführender Werbung mit vermeintlich umweltfreundlichen Produkten", erklärte die Vorsitzende des Ausschusses für Verbraucherschutz im Europaparlament, Anna Cavazzini (Grüne). Es dürfe "nicht mehr der Anschein entstehen, dass das Baumpflanzen im Regenwald die industrielle Produktion eines Autos" klimaneutral mache. Beim "Greenwashing" versuchen sich Unternehmen durch Behauptungen etwa zu Umweltschutzmaßnahmen oder klimafreundlicher Produktion ein positives Image zu verschaffen, obwohl sie bei genauerer Betrachtung gar nicht nachhaltig wirtschaften. Quelle: De Telegraaf / EU / DMM