Nachtzüge lohnen sich sehr wohl

Die Deutsche Bahn hat sich bekanntermaßen von ihren Nachtzügen verabschiedet, weil die angeblich nicht profitabel einzusetzen sind. Das genaue Gegenteil hat seitdem die Österreichische Bundesbahn ÖBB mit ihren Nightjets bewiesen. Die Züge sind echte Renner, auch in Deutschland. Michael Cramer, Mitglied im Verkehrsausschuss des Europäischen Parlamentes und Europaabgeordneter (MdEP) aus Berlin, stellt nun ebenfalls fest: "Nachtzüge lohnen sich doch!".

Der Fahrplanwechsel bringt abermals neue Nachtzugverbindungen für Berlin mit sich. Am Sonntagabend, 09.12.2018, um 18:40 Uhr verließ wieder ein neuer, altbekannter Nachtzug Berlin mit Wagons in Richtung Wien, Budapest und Polen (Breslau, Krakau, Katowice, Przemysl). Michael Cramer, Mitglied im Verkehrsausschuss des Europäischen Parlamentes und Europaabgeordneter (MdEP) aus Berlin, hat den NJ457 um 18:20 Uhr am Gleis 11 im Hauptbahnhof verabschiedet. Cramer: „Es freut mich außerordentlich, dass es wieder mehr Nachzugverbindungen ab Berlin gibt. Es handelt sich gewissermaßen um eine Neuauflage des traditionsreichen Nachtzugs „Metropol“, der 2017 zunächst eingestellt wurde. Der „neue Metropol“ wird über Polen geführt und u.a. Breslau in Tagesrandlage mitbedienen. Der Zug wird die Strecke nach Breslau in 4h15 bewältigen - vor dem Krieg waren es 2.30 Stunden.

Dies liegt daran, dass der Zug über Frankfurt (Oder) geführt wird. Der direkte Weg nach Breslau ist auf polnischer Seite zwar vollständig elektrifiziert, auf deutscher Seite klafft hinter Cottbus aber weiterhin eine Elektrifizierungslücke. Die Verantwortung trägt die Bundesregierung. Während in Stuttgart viele Milliarden für die Halbierung der Bahnhofskapazität keine Rolle spielen, sind für die Strecke von Cottbus über Horka nach Polen 100 Mio. Euro – angeblich nicht vorhanden - obwohl die Fahrzeit um 2,5 Stunden dadurch verkürzt würde.

Die Neuauflage zeigt auch, dass die Deutsche Bahn ihre Hausaufgaben nicht gemacht hatte. Sie hatte in der Vergangenheit alle ihre Nachtzugverbindungen eingestellt. Mit einem attraktiven Service und funktionierendem Fuhrpark sowie vor allem höherer Pünktlichkeit können Nachtzüge auch heute erfolgreich sein. Sie sind eine sinnvolle Alternative zu Flugzeug und Bus und können Fahrgäste zurück auf die Schiene holen! Nur so können die Klimaziele erreicht werden. Symbolträchtig bindet der neue Zug auch Katowice an, wo zurzeit die Klimakonferenz COP24 tagt. Der Nachtzug beginnt und endet übrigens in Berlin-Charlottenburg. Dann muss es doch ein Leichtes sein, dass der Nachtzug künftig auch in Berlin-Zoologischer Garten hält?“ Quelle: MdEP Michael Cramer / DMM
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