Netz Breisgau Ost-West geht im Dezember in Betrieb

In Döggingen machte sich der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann Minister ein Bild von den Arbeiten für den Ausbau der Höllentalbahn, die zum Gesamtprojekt Breisgau-S-Bahn 2020 gehört und nahm anschließend an einer Probefahrt in einem Alstom Coradia Continental (ET 1440) teil. 26 dieser elektrischen Triebzüge werden ab Fahrplanwechsel im Dezember 2019 auf der Höllentalbahn eingesetzt. Profitieren werden davon in Zukunft viele Geschäftsreisende, deren Firmen entlang der Achsen der S-Bahnen im Netz Breisgau Ost-West ansässig sind.

Das Netz Breisgau Ost-West bringt ab 15.12.2019 viele Verbesserungen für Geschäftsreisende im südwestdeutschen Raum. Skizze DB-AS

Das Netz Breisgau Ost-West bringt ab 15.12.2019 viele Verbesserungen für Geschäftsreisende im südwestdeutschen Raum. Skizze DB-AS

„Der Abschluss des Ausbaus der Höllentalbahn ist ein wesentlicher Teil der Breisgau-S-Bahn und ein wichtiger Meilenstein für die Stärkung der Schiene in der Schwarzwaldregion. Mit neuen, komfortablen Fahrzeugen von Alstom werden zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember dieses Jahres sich die Angebote für die Fahrgäste deutlich verbessern“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann.

Die Höllentalbahn überwindet auf ihrem Weg von Freiburg nach Donaueschingen auf dem Streckenabschnitt bis Hinterzarten über 600 Höhenmeter. Sie ist mit Steigungen von bis zu 57 % die steilste Hauptbahnstrecke in Deutschland, die besondere Anforderungen an Fahrzeugmaterial und Personal stellt. Ab Fahrplanwechsel im Dezember kommen hier die neuen Fahrzeuge vom Typ Alstom Coradia Continental, kurz ET 1440, zum Einsatz. Die neuen Fahrzeuge haben eine Nennleistung von 2.900 kW und verfügen dank acht angetriebener Achsen über ein hohes Beschleunigungsvermögen und fahren bis zu 160 km/h schnell. Der Lieferumfang umfasst 11 dreiteilige und 15 vierteilige Züge. Die Dreiteiler sind rund 57 Meter lang, bieten 154 Sitzplätze in der 2., neun in der 1. Klasse sowie zwei Rollstuhlplätze, 24 Fahrradstellplätze und ein WC. Die Vierteiler haben eine Länge von rund 77 Metern, bieten 238 Sitzplätze in der 2., neun in der 1. Klasse sowie zwei Rollstuhlplätze, 35 Fahrradstellplätze und zwei WC. Die barrierefreien ET 1440 bieten den Fahrgästen komfortable Sitze, Tische, Klimaanlage, Steckdosen, WLAN, Videokameras für die Sicherheit und ein Reisendeninformationssystem.

Das Betriebskonzept für die Strecke ist aufgrund teilweise eingleisiger Streckenabschnitte und dem sogenannten Flügelkonzept aufwendig. Täglich werden 120 Flügelungs- und Kupplungsmanöver durchgeführt, die Fahrzeuge werden in Titisee und Gottenheim geteilt beziehungsweise zusammengeführt.

Breisgau-S-Bahn 2020 Abschnitt Höllentalbahn Ost. „Die Arbeiten an der Höllentalbahn Ost liegen im vorgesehenen Zeitplan, damit wird ein weiteres Teilstück der Breisgau–S–Bahn 2020 im Netz der Deutschen Bahn wie geplant umgesetzt. Am 01. Juli 2018 wurde mit den umfangreichen Bauarbeiten zu Modernisierung und Ausbau auf dem rund 38 km langen Streckenabschnitt zwischen Titisee/Neustadt und Donaueschingen begonnen“, erläuterte Dr. Kristian Weiland, Leiter Großprojekte Südwest der DB Netz AG.

Im Rahmen dieses komplexen Bauprojektes wird eine komplette Oberleitungsanlage auf dem Abschnitt von Neustadt bis Donaueschingen errichtet. Bisher war die Strecke noch fahrleitungsfrei, sprich stromlos und wurde von Dieseltriebzügen bzw. Zügen mit Dieselloks befahren. Damit die Fahrleitung auch den richtigen Platz in den Tunnels hat, musste in den fünf Tunneln entlang der Strecke die Tunnelsohle bis zu 80 cm abgesenkt werden. Teilweise musste eine zusätzliche Betonsohle zur Sicherung eingebaut werden. In vier Tunneln wurde eine spezielle Form der Oberleitung, die so genannte Deckenstromschiene, installiert.

Um die Anlagen termingerecht fertigzustellen, arbeiteten die ausführenden Firmen zeitweise im Dreischichtbetrieb an sieben Tagen in der Woche. Mittlerweile wurde in allen Tunneln der Wiedereinbau der Gleise abgeschlossen. Auch die Stellwerkstechnik wird vollständig erneuert und zukünftig vom neuen Zentralstellwerk im Bahnhof Freiburg-Wiehre gesteuert. Zudem sind technische Anpassungen an zwei Bahnübergängen notwendig. Ein weiterer Vorteil für die Fahrgäste ist der barrierefreie Ausbau aller Stationen der östlichen Höllentalbahn. An den Stationen gelangen die Fahrgäste durch Rampen oder Aufzüge künftig überall bequem an die größtenteils 140 Meter langen Bahnsteige und in die neuen Züge.

Nach dem Ausbau auf der Drei-Seen-Bahn Titisee – Seebrugg, der Strecke zwischen Müllheim und Neuenburg (Baden) und auf der Höllentalbahn West wird im Rahmen des Gesamtvorhabens „Breisgau-S-Bahn 2020“ mit der Höllentalbahn Ost und der Breisacher Bahn die durchgängige West-Ost-Achse zwischen Breisach, Donaueschingen und Villingen realisiert.
Im Rahmen des Gesamtvorhabens „Breisgau-S-Bahn 2020“ wurden bereits die Drei-Seen-Bahn Titisee – Seebrugg, die Strecke zwischen Müllheim und Neuenburg (Baden) sowie die Höllentalbahn West ausgebaut. Mit der Fertigstellung der Baumaßnahmen auf der Höllentalbahn Ost und der Breisacher Bahn wird die durchgängige West-Ost-Achse zwischen Breisach, Donaueschingen und Villingen realisiert.

Für die komplexen Baumaßnahmen war eine komplette Sperrung der östlichen Höllentalbahn notwendig. Wie schon im westlichen Höllental sorgte während der rund 18-monatigen Bauzeit ein Schienenersatzverkehr mit Bussen für eine halbwegs funktionierende Verkehrsbedienung. Quelle: Land Baden-Württemberg / DMM