Neue britische Regierung lockert Vorschriften für Flüssigkeiten…

… aber nur für Beschäftigte an den UK-Flughäfen, die mit Sicherheitsaufgaben betraut sind. Die neue britische Regierung (Labour, vergleichbar mit der deutschen SPD) hat die Flüssigkeitsvorschriften an ihren Flughäfen teilweise gelockert, nachdem die Vorgängerregierung im Juni plötzlich wieder eine 100-ml-Grenze betreffend die Mitnahme von Flüssigkeiten an Flughäfen mit Sicherheitsscannern der nächsten Generation eingeführt hatte.

Pro Fluggast ist seit viele Jahren weltweit die Mitnahme von einem transparenten 1-Liter-Beutel zulässig. Flüssigkeiten wie Getränke, Zahnpasta, Cremes oder Gels, die im Handgepäck in die Kabine mitgenommen werden, müssen in einem transparenten Plastikbeutel mit einer maximalen Aufnahmekapazität von 1 Liter verpackt sein; jeder Behälter darf maximal 100 ml der jeweiligen Substanzen, die bei „Raumtemperatur flüssig, zähflüssig, gelartig, cremig oder von ähnlicher Konsistenz“ sind, enthalten. Ein Mitnahmeverbot besteht für Flüssigkeiten über 100 ml, die nicht Duty free an Bord eines Luftfahrzeuges oder an einem Flughafen gekauft worden sind. 

Vor ein paar Jahren ordnete das britische Verkehrsministerium an, dass Flughäfen die neueste Generation von Computertomographie-Scannern (CT) installieren sollten, mit dem eigentlichen Ziel, die jahrzehntealte Flüssigkeitsregel aufzuheben,. Die Idee bestand dahinter war, die CT-Scanner bis zum Sommer 2024 an allen großen britischen Flughäfen zu installieren. Doch bei der Einführung der Hightech-Scanner kam es zu langen Verzögerungen und Flughäfen wie London Heathrow und Gatwick hinkten dem Zeitplan weit hinterher.

Im April 2023 war London City der erste Flughafen im Vereinigten Königreich, der die Flüssigkeitsgrenzwerte aufhob, nachdem die Einführung der CT-Scanner abgeschlossen war. Doch hat das britische Verkehrsministerium Anfang Juni 2024 den Londoner City Airport und andere Flughäfen trotz des Einsatzes der modernen ST-Scanner angewiesen, die Überwachung der 100-ml-Flüssigkeitsgrenze wieder einzuführen.

Das Verkehrsministerium der vorherigen und am Freitag abgewählten Regierung der Tories hat den genauen Grund für die Kehrtwende nicht bekannt gegeben. Es wurde lediglich verlautbart, dass die Wiedereinführung mit einem technischen Problem mit den neuartigen CT-Scannern zu tun haben sollte. Die verbaute KI soll nicht funktioniert haben. Und so lange keine Software-Lösung gefunden ist, bleibt die Flüssigkeitsregel in Kraft, selbst wenn mehr CT-Scanner an Flughäfen installiert werden, die bei der Ausstattung der Sicherheitsschleusen mit den Geräten im Rückstand sind.

Es gibt jedoch eine gute Nachricht für Flughafenmitarbeiter, denen im Rahmen der politischen Wende - Großbritannien hat erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt wieder einen sozialdemokratischen Premierminister. Keir Starmer (61), dessen Labour-Partei die Parlamentswahl deutlich gewonnen hat, warb für einen Neustart – auch die Mitnahme von Flüssigkeiten durch die Sicherheitskontrolle verboten worden war. Die neue Verkehrsministerin Louise Margaret Haigh (36) teilt nun mit, dass Flughafenbedienstete mit Sicherheitsfreigabe nun Lebensmittel und Getränke in Behältern mit einem Fassungsvermögen von maximal zwei Litern durch die Sicherheitskontrolle mitnehmen dürfen, sofern diese für den persönlichen Gebrauch während ihrer Schicht bestimmt sind. Die Freigabe soll vorerst bis 01. Oktober befristet sein. Ob und wann es mit den Sicherheitsscannern der nächsten Generation eine Lösung für die 100-ml-Flüssigkeitsgrenze gibt, steht weiterhin in den Sternen. Quelle: DfT / DMM