Neue Züge für die AVG

Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) treibt die Modernisierung ihrer Stadtbahnflotte weiter voran. Am Freitag, 07. August 2020, trafen im Betriebshof am Karlsruher Rheinhafen zwei neue FLEXITY-Zweisystemfahrzeuge von Bahntechnikanbieter Bombardier ein. Die Fahrzeuge waren umweltfeundlich auf der Schiene vom Werk Wien nach Karlsruhe überführt worden.

FLEXITY-Zweisystembahn im Einsatz auf der Strecke von Karlsruhe nach Freudenstadt. Foto: Paul Gartner / AVG

FLEXITY-Zweisystembahn im Einsatz auf der Strecke von Karlsruhe nach Freudenstadt. Foto: Paul Gartner / AVG

Die AVG hatte die neuen Züge bei Bombardier im Jahr 2018 aus einer bestehenden Option abgerufen. Die FLEXITY-Flotte in Karlsruhe wird damit auf 62 Fahrzeuge wachsen. „Durch die neuen Optionsfahrzeuge setzen wir den Verjüngungsprozess bei unserer Fahrzeugflotte konsequent fort und vergrößern unsere Platzkapazitäten. Zudem können wir unseren Fahrgästen mit den neuen Stadtbahnen einen bestmöglichen Komfort und hohe Qualitätsstandards bieten und so die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs in der Region weiter steigern“, erklärt Ascan Egerer, technischer Geschäftsführer der AVG.

Im Großraum Karlsruhe und im nördlichen Schwarzwald nutzen auch viele Firmenkunden bzw. Geschäftsreisende die Angebote der AVG. Die erschließt bedeutende Unterwegsstädte mit Karlsruhe, von wo aus die Fernzüge der DB in alle Himmelsrichtungrn erreicht werden.

„In den kommenden Wochen werden die Züge nun vor Ort betriebsbereit gemacht, getestet und schließlich für den Fahrgastbetrieb zugelassen. Da sich die neuen Fahrzeuge technisch nur wenig von den bewährten und bereits im Einsatz befindlichen Zügen unterscheiden, gehe ich davon aus, dass der Zulassungsprozess schnell vollzogen werden kann“, betonte Dirk Wunderlich, verantwortlich für das Nahverkehrsgeschäft bei Bombardier Transportation.

Die Zweisystem-Fahrzeuge können sowohl auf dem innerstädtischen Straßenbahnnetz als auch auf den elektrifizierten Bahnstrecken der Deutschen Bahn fahren. Die Bahnen punkten mit ihrer komfortorientierten Ausstattung und einem modernen Passagierinformationssystem. Die Fahrgäste können sich auf WLAN und großzügige Multifunktionsbereiche mit viel Platz für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder freuen.

Jedes der Zweisystemfahrzeuge hat eine Länge von 37 m und bietet 244 Personen Platz, davon stehen 93 Sitzplätze zur Verfügung. Bis zu drei FLEXITY-Bahnen können miteinander gekuppelt werden, um in Stoßzeiten noch mehr Fahrgäste zu befördern. An der Fertigung der beiden Fahrzeuge in Wien waren rund 70 Mitarbeiter*innen beteiligt, die zusammen mehrere tausend Arbeitsstunden geleistet haben. In den zwei Bahnen wurden insgesamt zirka 80 Kilometer Kabel verbaut – das entspricht einer Strecke, die etwa so lang wie die Karlsruher Stadtgrenze ist.

Die Bahnen sind aus recyclebaren Materialien gefertigt und werden beispielsweise mit wasserlöslicher Farbe lackiert und leisten damit einen wertvollen Beitrag zu mehr nachhaltiger Mobilität auf der Schiene.

Über Albtal-Verkehrs-Gesellschaft. Mit ihren Bahnen und Bussen befördert die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) pro Jahr mehr als 73 Mio. Fahrgäste. Mit über 280 km eigener Strecke und einem Stadtbahnnetz von mehr als 560 km ist die AVG nach der Deutschen Bahn das zweitgrößte Eisenbahnunternehmen in Baden-Württemberg. Sie sorgt nicht nur für einen zeitgemäßen Nahverkehr auf der namensgebenden Stammstrecke von Karlsruhe durch das Albtal nach Bad Herrenalb, sondern auch für den Betrieb in der „Fläche“ rund um das Oberzentrum Karlsruhe. Die AVG ist eine elementare Säule des „Karlsruher Modells“, das als Tram-Train-System das innerstädtische Straßenbahnnetz der Fächerstadt mit den Eisenbahnstrecken in der Region verknüpft. Quelle: Bombardier Transportation / DMM