Neuer Juke auch fürs Geschäft ein Kandidat

Generation eins von Nissans kompaktem Crossover Juke war schon ziemlich gewöhnungsbedürftig, was das Exterieurdesign betrifft. Und so fanden denn von den rund 10.000 in Deutschland verkauften Einheiten (1 Mio. weltweit) nur wenige den Weg in Firmenfuhrparks oder zu Freiberuflern. Mit Generation zwei könnte sich das ändern. Denn die ist optisch gefälliger geworden, im Interieur wesentlich aufgewertet und technologisch auf den aktuellen Stand der Zeit gebracht. Freilich ist der Neuling, der ab sofort zu haben ist, auch etwas teurer geworden.

Mal in einem etwas anderen hoch interessanten Rotton, der neue Nissan Juke. Fotzo: G. Zielonka

Mal in einem etwas anderen hoch interessanten Rotton, der neue Nissan Juke. Fotzo: G. Zielonka

Nissans Juke verfügt noch über ein mehr oder weniger traditionelles Cockpit. Foto: Nissan

Nissans Juke verfügt noch über ein mehr oder weniger traditionelles Cockpit. Foto: Nissan

Macht sich durchaus auch als kleiner attraktiver Firmenwagen gut, Nissans Generation 2 des Juke. Foto: G. Zielonka

Macht sich durchaus auch als kleiner attraktiver Firmenwagen gut, Nissans Generation 2 des Juke. Foto: G. Zielonka

Der neue Juke kommt weiterhin aus dem britischen Sunderland und steht auf derselben Plattform wie der Renault Capture, soll aber im Gegensatz zum französischen Brüderchen die etwas konservativere Klientel ansprechen. Ob die freilich nur auf die nur behutsam veränderte Formensprache schauen wird, wie die Macher glauben, wir sehen das anders.

Design. Das B-Segment-Modell, ein Mix aus Schräghecklimousine und SUV, ist größer geworden: Länge 4.210 mm (+ 75 mm), Breite 1.800 mm  (+ 35 mm) und Höhe 1.595 mm (+ 15 mm).  Die Frontpartie wird gottseidank nicht mehr von den Glubschaugen dominiert, sondern von entschärften Rundscheinwerfern in Voll-LED-Technik nebst neuem LED-Motiv in Y-Form und dem dreidimensionalen V-Kühlergrill. Gefallen hat uns bei der Vorstellung die Seitenansicht mit hoher scharf geschnittener Gürtellinie und dem im SUV-Coupé-Stil leicht heruntergezogenen Dach. In der auffälligen C-Säule sind die Türgriffe der hinteren Türen integriert. Das Heck prägen zwei  scharfkantig LED-Rückleuchten im dreidimensionalen Bumerang-Stil. Für das Exterieur stehen elf Lackierungen zur Wahl, darunter das exklusiv dem Juke vorbehaltene Fuji Sunset Red. Sie können mit drei kontrastierenden Dachfarben kombiniert werden. Das Felgenprogramm umfasst bis zu 19 Zoll große Leichtmetallräder.

Nichts auszusetzen gibt’s am Innenraum. Der macht dank Verwendung von Softtouchmaterialien einen wertigeren Eindruck. Wer eine der höheren Ausstattungen ordert, was wir empfehlen, bekommt u.a. serienmäßig eine Ambientebeleuchtung. Die Steuerelemente sind intuitiv bedienbar, noch analog, was sicher nicht wenige Nutzer eher schätzen als die supermodernen digitalen Cockpits, die mitunter umständlich zu konfigurieren sind und bei denen man ein gewisses IT-Verständnis aufbringen muss. Praktische Ablagefächer erhöhen die Funktionalität. Das Platzangebot reicht für fünf Erwachsene. Dank des um 106 mm auf 2.636 mm gewachsenen Radstands genießen die Insassen im Fond nun 58 mm mehr Kniefreiheit, auch die Kopffreiheit legte um 11 mm zu. Will man mit dem Juke auf Geschäftsreise oder privat verreisen, dann freut einen sicher der doch stattliche Kofferraum von nunmehr 422 Liter, immerhin 68 Liter mehr als beim Vorgänger. Be- und Entladen lässt sich das Modell jetzt einfacher, was Frau bestimmt zu schätzen weiß.  

Auch in Sachen Vernetzung ist der Juke auf der Höhe der Zeit, Nissan spricht vom besten vernetzten Fahrzeug, das die Marke je gebaut hat. Die neuen Infotainment-Optionen und Assistenzsysteme machen das Fahren mit dem neuen Juke sicherer, einfacher und angenehmer.  Ein umfangreiches Sicherheitsnetz knüpfen Technologien wie der intelligente Notbremsassistent mit Fußgänger- und Fahrradfahrererkennung, ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent mit Verkehrszeichenerkennung sowie ein Spurhalte-, ein Querverkehrs- und ein Totwinkelassistent, den Nissan erstmals in dieser Form in das kleine Crossover-Segment bringt. Das System warnt vor Fahrzeugen im toten Winkel und hält den Juke in der Spur, um eine Kollision zu vermeiden.

Die aus LEAF und Qashqai bekannte, optionale ProPILOT Technologie entlastet jetzt auch Juke Fahrer. Das Assistenzsystem hält das Fahrzeug automatisch in der Spur, wahrt einen gleichbleibenden sicheren Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und steigert damit den Komfort auf langen Fahrten zum Arbeitsplatz oder im dichten Verkehr.

Der neue Juke vernetzt sich naht- und mühelos mit dem modernen Lebensstil seiner Nutzer. An Bord ist dazu die neueste Generation des Infotainment-Systems NissanConnect. Es umfasst eine Smartphone-Integration, eine App zur Fahrzeugsteuerung sowie ab dem ersten Quartal 2020 ein drahtloses WLAN-Netz für datenhungrige Mitfahrer.

Dank der Smartphone-Einbindung per Apple CarPlay und Android Auto lassen sich die Lieblings-Apps des Handys direkt auf dem acht Zoll großen Touchscreen Bordsystems nutzen. Alternativ zur Smartphone-Navigation kann der Fahrer auch auf den Verkehrs- und Navigationsdienst TomTom Maps & Live Traffic zugreifen. Über die Kompatibilität mit Google Assistant ist es zudem möglich, Ziele per Sprachbefehl einzugeben und an das Navigationssystem des Fahrzeugs zu senden. Mit der NissanConnect Services App lassen sich die Fahrzeugtüren aus der Ferne ver- und entriegeln.

Antrieb: Bis auf Weiteres wird in den Juke nur ein kleiner kompakter Turbo-Benziner (1,0-Liter-Dreizylinder, 117 PS,  180 Nm Drehmoment) verbaut. Der freilich ist kein Ausbund von Sportlichkeit, muss er auch nicht. Das Aggregat lässt sich mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe samt Lenkrad-Schaltwippen kombinieren. Das Fahrverhalten lässt sich über den optionalen D-Mode Schalter mit den drei Modi Eco, Standard und Sport den individuellen Vorlieben anpassen. Die „Automatik“ ist auf jeden Fall die bessere Wahl. Wer’s noch manuell haben möchte, der muss sich mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe zufrieden geben. Dass der Dreizylinder auch bei Last erstaunlich laufruhig ist, hat uns beeindruckt. Auch die Tatsache, dass man sich in normaler Lautstärke angenehm unterhalten kann, ohne von dröhnendem Motorengeräusch genervt zu werden. Das hat sicher auch mit der hervorragenden Dämmung zu tun.

In Sachen Verbrauch ist der neue Juke kein Meister vor dem Herrn. Um die 6 Liter bei moderater Fahrweise sind aber drin. Der CO2-Ausstoß nach WLTP soll bei ca. 138 g/km liegen.  

Höchsten Klanggenuss verspricht – je nach Ausstattung - das BOSE Personal Plus Soundsystem: Acht leistungsstarke Lautsprecher – darunter je zwei UltraNearfield-Einheiten, die in die beiden Kopfstützen der Vordersitze integriert sind – garantieren einen außergewöhnlich klaren Sound.

Ausstattung. Neben den bewährten Varianten Visia, Acenta und N-Connecta stehen mit den Ausstattungslinien Tekna und N-Design zwei Topversionen zur Wahl. Während das Tekna-Niveau vor allem technikaffine Kunden anspricht, setzt N-Design optische Akzente und macht aus dem Juke eine Art Premium-Designerstück. Quelle: Nissan / DMM