New York: Regenfluten legen gesamten Verkehr zu Lande und in der Luft lahm

Notstand an der US-Ostküste: Die Ausläufer von Hurrikan „Ida“ haben der Millionenmetropole New York und dem Umland den stärksten Regen seit Beginn der Aufzeichnungen gebracht. Binnen weniger Stunden fiel soviel Regen wie in ganz Deutschland in einem Jahr. Im gesamten Bundesstaat NY wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Allein in New York gab es mindestens 11 Tote. In vier Bundesstaten mehr als zwei Dutzend Todesopfer.

Regenmassen überschwemmten ganz New York. Es gab mindestens 11 Tote. Hier ein Blick in der Bronx. Foto: NY Times

Regenmassen überschwemmten ganz New York. Es gab mindestens 11 Tote. Hier ein Blick in der Bronx. Foto: NY Times

Bürgermeister Bill de Blasio rief aufgrund der noch nie dagewesenen Situation den Notstand aus: „Wir erleben heute Abend ein historisches Wetterereignis mit Rekordregen in der ganzen Stadt, schlimmen Überschwemmungen und gefährlichen Bedingungen auf unseren Straßen", teilte er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit. Noch während der Wahnsinnsregenfälle verhängte das Stadtoberhauot ein absolutes Reiseverbot bis Donnerstag (02. September) um 05 Uhr (Lokalzeit). Kurz darauf rief auch Gouverneurin Kathy Hochul für den Bundesstaat New York den Notstand aus.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte am Mittwoch temporär einen Ground-Stop für alle drei New Yorker Flughäfen erlassen. Das bedeutet, dass Flugzeuge mit Ziel JFK, La Guardia oder Newark von anderen Flughäfen gar nicht erst  abheben durften. Am Newark Liberty International Airport waren alle Außenfläche inklusive Taxywasy und Startbahnen zwischen 20 und 21 Uhr 8 cm hoch überflutet. Auch in den Terminals stand das Wasser zentimeterhoch. Alle Flugaktivitäten wurden am Mittwoch ausgesetzt und Reisenden wurde dringend empfohlen, sich an ihre Fluggesellschaft zu wenden. Nur einige wenige Flüge konnten am späten Abend wieder starten.

Die Metropolitan Transportation Authority teilte am späten Mittwoch in einer E-Mail-Benachrichtigung Hunderttausenden Kunden mit, dass der gesamte Zugverkehr aufgrund starker Regenfälle und Überschwemmungen in der gesamten Region extrem eingeschränkt und größtenteils eingestellt ist. Auf der Website des Verkehrssystems wurde anzeigt, dass der Verkehr auf 18 U-Bahn-Linien eingestellt war. Ausläufer des Hurrikans Ida hatten Bahnhöfe und ganze Straßenzüge in der gesamten Region überflutet. Die Stadtverwaltung hob am Donnerstag früh um 5 Uhr morgens das tags zuvor ausgesprochene Reiseverbot auf, warnte jedoch die Bewohner, zu Hause zu bleiben.

New Jersey Transit ließ wissen, dass der gesamte Bahnverkehr in New Jersey, mit Ausnahme der Atlantic City-Linie, eingestellt ist. Metro-North Railroad forderte die Menschen auf, nicht zu reisen. Die Long Island Rail Road gab am Donnerstag Vormittag bekannt, dass sie die „extrem eingeschränkte“ Verbindung nach Westen zur Penn Station wiederhergestellt habe. In New Jersey wurden am Mittwochabend etwa 200 Menschen aus einem Zug in der Nähe des Newark Liberty International Airport evakuiert, der in dieser Gegend von starken Regenfällen und Überschwemmungen erfasst worden war. Quelle: DMM / NY Times