Noch dominieren Diesel die Fuhrparks

Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurden im März 2022 genau 241.330 Pkw neu zugelassen (-18% gegenüber März 2021). Von Frühjahresbelebung kann damit kaum gesprochen werden, denn auch kumuliert liegt das erste Quartal gut 5 % unter dem Vorjahreszeitraum. Nahezu unverändert ist dagegen die Aufteilung von gewerblichen und privaten Neuzulassungen: 64 %, also fast zwei Drittel, wurden von gewerblichen Haltern getätigt. Doch nicht jede gewerbliche Zulassung ist auch ein Dienstwagen, sondern auch Zulassungen auf Handel, Autovermieter oder Automobilhersteller zählen mit dazu. Der Bereich „Flotte“ macht innerhalb der gewerblichen Zulassungen mit 50 % den Löwenanteil aus, bezogen auf alle Neuzulassungen liegt der Anteil bei 32 %.

Der Anteil der Alternativen Antriebsarten in Fuhrparks wächst zwar, doch bei den für das DAT-Barometer im April 2022 befragten Fuhrparkleitern und Flottenmanagern ist der Diesel vorherrschend, noch, muss man konstatieren. Denn bei vielen Fuhrparkverantwortlichen ist das Thema Umwelt- und Klimaschutz bis dato nicht angekommen. Noch macht sich die Effizienz dieser Motoren , sie liegt freilich nur bei maximal 15 % eines batterieelektrischen Modells, bei hoher Fahrleistung und den derzeitigen Kraftstoffpreisen bemerkbar. Der Anteil von Benzinern und Alternativen Antrieben liegt aktuell bei jeweils 14 %. Von Letztgenannten machen die Plug-In-Hybride (PHEV) mit 48 % den größten Anteil aus, gefolgt von den rein batterieelektrischen Pkw (BEV) mit 43 %. Die so genannten Mildhybride (mHEV), die von den Fuhrparkleitern mit 7 % angegeben wurden, müssten strenggenommen den Verbrennern zugeordnet werden, da die mHEV nicht rein elektrisch fahren können. 

Alternative Antriebsarten in Fuhrparks angekommen. In der aktuellen Befragung für das DAT-Barometer gaben alle Fuhrparkleiter an, dass sich mindestens ein Fahrzeug mit alternativer Antriebsart in der Flotte befinde. 84 % der Fuhrparkleiter haben am Arbeitsplatz eine Lademöglichkeit, über deren Nutzung gibt die Befragung allerdings keine Auskunft. Auch denkt über die Hälfte der Befragten (51 %), dass es Dienstwagenfahrer gibt, die ihren PHEV ausschließlich als Verbrenner nutzen – also nicht extern laden. Knapp ein Drittel der Fuhrparkleiter gibt an, dass die Bestellung eines PHEV oder BEV nicht an bestimmte Bedingungen geknüpft ist (z. B. Lademöglichkeit zu Hause).

Lieferschwierigkeiten. Auch auf die Fuhrparks wirken sich der Rohstoffmangel und die damit verbundenen Lieferschwierigkeiten aus. So würden 88 % der Fuhrparkleiter eine Vertragsverlängerung bestehender Fahrzeuge seitens der Leasinggesellschaft annehmen. Um die Mobilität zu erhalten und Zeiten bis zur Lieferung eines neues Fahrzeuges zu überbrücken, greifen 70 % der Fuhrparkleiter auf eigene Poolfahrzeuge zu, und 64 % geben an, auf Pkw von Autovermietungen zurückzugreifen. Auto-Abos werden von 10 % und Carsharing-Angebote von 4 % als Alternative für den Erhalt der Mobilität genutzt. 11 % der Fuhrparkleiter haben eigenen Angaben zufolge aktuell keinen zusätzlichen Bedarf an Interimslösungen. 

Auto-Abos im Fuhrpark noch unterrepräsentiert: Von den Lieferschwierigkeiten der Automobilhersteller können in gewisser Weise die Auto-Abos profitieren. So haben sich aktuell bereits 60 % der Fuhrparkleiter mit diesem Thema auseinandergesetzt. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber den Angaben aus Juli 2021 (damals waren es 41 %). Die Nutzung liegt derzeit bei 10 %. Die Fuhrparkleiter betrachten diese neue Mobilitätslösung aber nicht als ersetzend: 77 % sehen die Abo-Nutzung eines Autos gegen einen festen monatlichen Betrag nicht als Alternative zum klassischen Leasingvertrag. Dies ist auf ähnlichem Niveau wie 2021 (79 %). Quelle: DAT / DMM