ÖBB testet Wasserstoff-Zug

Bis Ende November wird erstmals ein Wasserstoffzug im regulären Fahrgastbetrieb der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) eingesetzt. Der von Alstom im niedersächsischen Salzgitter gebaute Coradia iLint hat Brennstoffzellen an Bord, die Wasserstoff und Sauerstoff in Strom umwandeln und so den Schadstoffausstoß auf Null reduzieren.

Bis Ende November wird erstmals ein Wasserstoffzug iLINT von Alstom im regulären Fahrgastbetrieb der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) eingesetzt. Foto: Alstom

Bis Ende November wird erstmals ein Wasserstoffzug iLINT von Alstom im regulären Fahrgastbetrieb der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) eingesetzt. Foto: Alstom

Nach dem erfolgreichen Testbetrieb in Norddeutschland zwischen 2018 und 2020 soll sich der Coradia iLint nun drei Monate lang in Österreich bewähren und Passagiere auf geografisch anspruchsvollen Strecken befördern. „Wir verstehen uns ganz klar als Pioniere beim Testen der Wasserstofftechnologie auf der Schiene. Als größtes Klimaschutzunternehmen Österreichs gestalten wir mit technologischen Alternativen die Mobilität der Zukunft aktiv mit“, betont Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG anlässlich der Premierenfahrt des Wasserstoffzugs.

Der Erfolg des Brennstoffzellenzugs von Alstom begann im September 2018, als zwei Vorserienzüge ihren regulären Fahrgastbetrieb in Niedersachsen aufnahmen. Nach anderthalb Jahren Testbetrieb und mehr als 180.000 gefahrenen Kilometern wurde der Weg für die Lieferung von 14 Serienzügen ab 2022 geebnet. Jetzt werden die ÖBB die Antriebstechnologie des Coradia iLint im Süden Niederösterreichs anstelle eines Dieselzugs auf Regionalbahnstrecken testen. Die Fahrgäste können sich auf einen geräuscharmen Zug mit einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h freuen.

Der Coradia iLint ist weltweit der erste Personenzug, der mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben wird, die elektrische Energie für den Antrieb erzeugt. Dieser komplett emissionsfreie Zug ist geräuscharm und gibt lediglich Wasserdampf und Kondenswasser ab. Der Coradia iLint zeichnet sich durch zahlreiche Innovationen aus: saubere Energieumwandlung, flexible Energiespeicherung in Batterien sowie intelligentes Management von Antriebskraft und verfügbarer Energie. Gezielt entwickelt für den Einsatz auf nichtelektrifizierten Strecken, ermöglicht er einen sauberen, nachhaltigen Zugbetrieb unter Beibehaltung einer hohen Leistung.

41 dieser wasserstoffbetriebenen Züge hat Alstom in Deutschland bereits verkauft. Weitere Länder wie Großbritannien, die Niederlande und Italien haben ebenfalls Interesse an der Technologie. Alstom ist der führende Anbieter im Bereich emissionsfreier Mobilität und der einzige Hersteller, der seinen Kunden sowohl Wasserstoff- als auch Batterielösungen anbieten kann. Quelle: Alstom / DMM